+++ Landtagswahl +++: Vorläufiges amtliches Endergebnis sieht CDU klar vorn

+++ Landtagswahl +++: Vorläufiges amtliches Endergebnis sieht CDU klar vorn

  1. Startseite

  2. Politik

  3. Deutschland

Rheinland-Pfalz: Schweitzer behält Landtagsmandat

Live-BlogVorläufiges Ergebnis – CDU gewinnt Wahl in Rheinland-Pfalz +++ Juso-Chef Türmer attackiert SPD-Spitze +++ Schnieder strebt schwarz-rote Koalition an +++ Der Newsblog. 23.03.2026 – 16:24 Uhr aktualisiert
Artikel anhören

Alexander Schweitzer: Der bisherige Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz hat die Wahl verloren. Foto: Boris Roessler/dpa

Schweitzer will in Landespolitik weitermachen

Der abgewählte rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer will in der Landespolitik weiter machen. „Für mich bleibt es bei dem, was ich vor der Wahl gesagt habe: Ich werde nicht Minister“, sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. „Mein Mandat werde ich behalten.“ 

Es gelte jetzt nach vorn zu schauen, sagte Schweitzer. „Ich habe immer gesagt: Erst das Land, dann die Partei.“ Für die SPD bedeutet dies jetzt auch, dass sie ihre Verantwortung für das Land und eine mögliche Regierungsbeteiligung neu definieren müsse. „Eine mögliche neue Regierungskoalition zeigt augenblicklich zwei Parteien in einer vergleichbaren Größe“, sagte der SPD-Politiker mit Blick auf die sich abzeichnenden Sondierungsgespräche mit dem Wahlsieger CDU. 

„Ich bin sortiert, die SPD ist sortiert.“ Die Wahl vom Sonntag sei eine tiefe Zäsur. „Wir haben heute intensive Gespräche geführt, in Mainz und in Berlin. In den Gremiensitzungen der Bundespartei, an denen ich heute digital teilgenommen habe, haben die Vorsitzenden sehr deutlich gemacht, welche großen Steine mir mit der Unzufriedenheit der Berliner Politik in den Rucksack gelegt wurden.“

Schnieder strebt schwarz-rote Koalition an

CDU-Spitzenkandidat Gordon Schnieder hat seine Absicht erklärt, nach dem Erfolg bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz eine schwarz-rote Koalition bilden zu wollen. „Wir werden in der demokratischen Mitte eine Koalition bilden. Ich habe mit den Extremisten von rechts nie zusammengearbeitet, werde das nicht tun. Das hätte auch für den Einzug der Linken, auch für die radikale Linke so gegolten“, sagte Schnieder im ZDF-„heute journal“. 

„Wir wollen Rheinland-Pfalz wieder nach vorne führen. Und ich bin überzeugt, dass das auch der politische Mitbewerber in den nächsten Tagen bei einer eigenen Analyse dann auch so sehen wird.“ 

Mit Blick auf die Sozialdemokraten sagte Schnieder auch: „So wie die CDU in der bürgerlichen Mitte Wahlen gewinnt, bin ich überzeugt, gewinnt auch die SPD in der bürgerlichen Mitte die Wahlen. Nicht am linken Rand und wir auch nicht am rechten Rand. Und auf diesen Weg müssen wir uns gemeinsam begeben.“

SPD im Bund nun massiv unter Druck – Personaldebatte wartet

Die bisherige Regierung aus SPD, Grünen und FDP unter Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) ist abgewählt. Es war das letzte Ampel-Bündnis auf Landesebene. In Rheinland-Pfalz stellte die SPD seit Mai 1991 durchgehend den Ministerpräsidenten, davor kam der Regierungschef nach dem Zweiten Weltkrieg durchgehend von der CDU. Vor Anhängern sprach Schweitzer von einer „Riesen-Aufholjagd“ im Wahlkampf und einem doppelt so starken Ergebnis im Vergleich zum Bundestrend. Nun wollten die Sozialdemokraten eine starke Rolle in der Landesregierung spielen.

SPD-Co-Chefin Bärbel Bas räumte eine Mitverantwortung der Bundespartei ein. „Das ist auch nicht schönzureden“, sagte sie im ZDF. Lars Klingbeil, der andere SPD-Co-Chef, rechnet nun mit Personaldebatten – gegen die sich allerdings etwa der frühere Gesundheitsminister Karl Lauterbach aussprach. Der einflussreiche und moderate Seeheimer Kreis in der SPD-Bundestagsfraktion mahnte am Abend: „In der SPD müssen nun alle verstehen, dass Wahlen in der Mitte gewonnen werden, die Sorgen der Leute ernst zu nehmen sind und wir uns nicht in Klein-Klein-Debatten verlieren dürfen.“

In Baden-Württemberg hatte die SPD vor zwei Wochen nur noch knapp die Fünf-Prozent-Hürde übersprungen und so schlecht abgeschnitten wie bisher noch nie auf Bundes- oder Landesebene bei einer Wahl seit Bestehen der Bundesrepublik.

Pistorius: Brauchen jetzt keine Personaldiskussion

Verteidigungsminister Boris Pistorius hat Rufe nach einem kompletten Wechsel der SPD-Parteispitze als Konsequenz aus Wahlniederlagen seiner Partei zurückgewiesen. Er sagte der Deutschen Presse-Agentur zugleich, dass er nicht nach weiteren Ämtern strebe. 

„Das ist ein sehr schlechtes Wahlergebnis, mit dem ich nicht gerechnet habe und das der großartigen Arbeit von Alexander Schweitzer und dem engagierten Wahlkampf vor Ort nicht gerecht wird“, sagte Pistorius in Tokio, der ersten Station einer Asien-Reise des Ministers. 

Pistorius sagte weiter: „Aber weder in der Partei, noch in der Koalition brauchen wir jetzt eine Personaldiskussion. Das wäre unverantwortlich und ich stehe dafür nicht zur Verfügung. Auch angesichts der Weltlage und der Herausforderungen, vor denen wir in Deutschland stehen, stehen wir vor anderen Problemen. Wir müssen uns auf unsere Regierungsarbeit konzentrieren.“

Boris Pistorius SPD:  „Aber weder in der Partei, noch in der Koalition brauchen wir jetzt eine Personaldiskussion. Das wäre unverantwortlich.“ Juliane Sonntag/ Imago

Schweitzer: Niederlage in Baden-Württemberg als Rucksack

Der abgewählte rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer sieht auch im Abschneiden der SPD in Baden-Württemberg einen Grund für seine eigene Schlappe. „Die SPD-Niederlage in Baden-Württemberg wurde mir auch in den Rucksack gelegt“, sagte Schweitzer der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. 

Die Sozialdemokraten hatten vor zwei Wochen in Baden-Württemberg mit 5,5 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Landtagswahl überhaupt hinnehmen müssen. 

In Rheinland-Pfalz habe die SPD zuletzt noch eine große Aufholjagd hingelegt, sagte Schweitzer – „gegen den Wind und gegen den Trend“. Das SPD-Ergebnis in Rheinland-Pfalz sei fast doppelt so hoch wie im Bund. „Meine Persönlichkeitswerte konnten es am Ende nicht rumreißen.“

Seeheimer Kreis: SPD muss Wahlen in der Mitte gewinnen

Der moderate Seeheimer Kreis in der SPD-Bundestagsfraktion fordert als Konsequenz aus den Wahlergebnissen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz einen klaren Mitte-Kurs. Die SPD kümmere sich um zu viele Nischenthemen. „Das muss sich ändern“, heißt es in einer am Abend veröffentlichten Stellungnahme. „In der SPD müssen nun alle verstehen, dass Wahlen in der Mitte gewonnen werden, die Sorgen der Leute ernst zu nehmen sind und wir uns nicht in Klein-Klein-Debatten verlieren dürfen.“

Klüssendorf: SPD will mehr Profil zeigen

Die SPD will sich nach den Worten von Generalsekretär Tim Klüssendorf in der Koalition im Bund stärker profilieren. Eine klare Fokussierung sei seiner Partei noch nicht ausreichend gelungen, sagte er in der sogenannten Elefantenrunde im ZDF. „Wir müssen auch mal links und rechts abweichen.“ Klüssendorf sagte auch, die SPD müsse ihre „staatstragende Zurückhaltung ablegen.“

Vorläufiges amtliches Endergebnis sieht CDU klar vorn

Die Wahllokale in Rheinland-Pfalz sind geschlossen. Die jüngste Hochrechnung von Infratest dimap zeigt folgendes Ergebnis: 

  • CDU: 31
  • SPD: 25,9
  • AfD: 19,5
  • Grüne: 7,9
  • FDP: 2,1
  • Freie Wähler: 4,2
  • Linke: 4,4
  • Andere: 5,1

Für die SPD bedeutet dies einen Verlust von 9,8 Prozentpunkten. Die AfD hat ihren Stimmenanteil im Vergleich zur Wahl von 2021 verdoppelt. Die FDP, bisher Teil der Ampelregierung im Land, fliegt aus dem Landesparlament. Auch die Linken und die Freien Wähler scheitern am Einzug in den Landtag.

Merz gratuliert Schnieder nach Wahl in Rheinland-Pfalz

Bundeskanzler Friedrich Merz hat seinem Parteikollegen Gordon Schnieder und den Christdemokraten in Rheinland-Pfalz zum Wahlerfolg gratuliert. „Nach mehr als 35 Jahren ist die CDU wieder die stärkste Kraft in Rheinland-Pfalz. Herzlichen Glückwunsch zu diesem großartigen Ergebnis an @GordonSchnieder und die ganze @cdurlp!“, schrieb der CDU-Chef bei X.

Schweitzer in neuer Landesregierung nicht dabei

Der bisherige rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) wird in der künftigen CDU-geführten Landesregierung nicht dabei sein. „Ich habe das gesagt und ich gehöre zu denen, die nach der Wahl immer noch so reden wie vor der Wahl“, sagte Schweitzer. „Ich werde nicht in ein Kabinett eintreten. Aber natürlich werde ich meine Aufgabe als Ministerpräsident bis zum letzten Tag sehr engagiert wahrnehmen, so wie ich das bisher gemacht habe.“

Juso-Chef Türmer attackiert SPD-Spitze

Juso-Chef Philipp Türmer hat das Wahlergebnis der SPD in Rheinland-Pfalz als Desaster für die gesamte Partei gewertet und die Parteispitze um Lars Klingbeil und Bärbel Bas attackiert. „Die Parteispitze hat bisher keine ausreichenden Antworten gefunden – die Vorsitzenden leisten Regierungsarbeit, aber ein Gefühl des Aufbruchs oder eine überzeugende Erzählung für die SPD fehlt vollständig“, sagte der Vorsitzende der Jungsozialisten dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). 


Es muss jetzt deutliche Reaktionen geben, wenn man dem Niedergang der SPD nicht tatenlos zuschauen will.

SPD-Politiker Stegner sieht seine Partei „in Lebensgefahr“

Der SPD-Politiker Ralf Stegner schlägt nach einer Serie historischer Wahlniederlagen Alarm. Auf dem Kurznachrichtendienst X beschrieb Stegner die Lage der Sozialdemokraten als „in Lebensgefahr“. Angesichts einer „Serie schockierender SPD-Niederlagen“ sei ein „Weiter so“ für die Partei keine Option mehr.

Auslöser für Stegners Analyse ist die Fortsetzung einer beispiellosen Negativserie: Nach dem historischen Tiefstand bei der Bundestagswahl 2025 und einem 5,5-Prozent-Debakel in Baden-Württemberg musste die SPD nun auch in Rheinland-Pfalz schwere Verluste hinnehmen.

Besonders besorgniserregend wertet Stegner den Umstand, dass die Partei selbst dort scheiterte, wo sie mit Ministerpräsident Alexander Schweitzer einen „starken und populären“ Spitzenmann stellte und eine „gute Regierungsarbeit“ vorweisen konnte.

Schweitzer: Wollen starke Rolle in der Landesregierung spielen

Der bisherige rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer räumt seine Niederlage bei der Landtagswahl ein. „Wir haben gekämpft wie die Löwen“, sagt er vor seinen Anhängerinnen und Anhängern in Mainz. „Wir sind nicht ganz so weit gekommen, wie wir uns das vorgestellt haben.“ Es sei eine Riesen-Aufholjagd gewesen. Die SPD habe ein Ergebnis eingefahren, das doppelt so stark sei wie der Bundestrend.

Nun wollten die Sozialdemokraten eine starke Rolle in der Regierung von Rheinland-Pfalz spielen. „Wir waren immer ein Verantwortungsträger in diesem Land, und das wollen wir bleiben.“ Schweitzer ließ sich ungewöhnlich lange Zeit, bis er sich äußerte, und war auch nicht in der sogenannten Elefantenrunde der Spitzenkandidaten im ZDF vertreten.

dpa

Gordon Schnieder sieht Wechsel an Spitze als Wählerauftrag

CDU-Spitzenkandidat Gordon Schnieder sieht einen Wechsel in der Regierung als Wählerwille an. „Ich glaube, dass auch den Kolleginnen und Kollegen der Sozialdemokratie klar ist, warum sie heute auch rund acht Prozent verloren haben und warum sie nicht mehr an der Spitze stehen“, sagte er am Abend der Landtagswahl. 

Da könne es nur einen Wechsel geben. „Ansonsten würden wir uns vollkommen unglaubwürdig machen, das ist nicht der Wählerauftrag“, sagte Schnieder. „Der Wählerauftrag ist: Stellt dieses Land wieder vom Kopf auf die Füße. Und das müssen wir jetzt tun.“

AfD erreicht höchste Zustimmung bei Jungwählern

In Rheinland-Pfalz erzielt die AfD bei der Landtagswahl laut einer Analyse von Infratest dimap in den Gruppen der 18- bis 24-Jährigen (21 Prozent), 25- bis 34-Jährigen (21 Prozent) und 35- bis 44-Jährigen (27 Prozent) die meisten Stimmen. Das dürfte nach Einschätzung von Experten vor allem an der starken Tiktok-Präsenz der Partei mit rund 60.000 Follower liegen. Zum Vergleich: Der CDU folgen auf Tiktok rund 5000, der SPD rund 2000 Personen. 

Der Generationenforscher Rüdiger Maas erklärte kürzlich in einem Interview mit dem SWR: „Jugendliche sehen die AfD nicht als rechtsextrem an. Sie sagen: ‚Die AfD bedient meine Themen, die mich umtreiben, und ich bin ja nicht rechtsextrem, deswegen ist die Partei eben auch nicht rechtsaußen‘.“

Banaszak: „Ein wirklich gutes Ergebnis“

Grünen-Chef Felix Banaszak hat den Ausgang der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz als „ein wirklich gutes Ergebnis“ für seine Partei bezeichnet. Der Grünen-Chef betonte angesichts des bevorstehenden Endes der aktuellen Ampel-Regierung, „dass es nicht an den Grünen lag, dass diese Regierung nicht fortgesetzt werden kann“. Im ZDF sagte Banaszak: „Dass uns das gelungen ist, liegt an der Geschlossenheit, liegt an der klaren Themenfokussierung.“ Die Grünen nähmen nun den Oppositionsauftrag an.

Felix Banaszak (l.) mit Katrin Eder, Spitzenkandidatin der Grünen bei der Landtagswahl (M.) dpa

FDP-Generalsekretärin: Haben gekämpft und verloren

FDP-Generalsekretärin Nicole Büttner hat sich enttäuscht über das Abschneiden ihrer Partei bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz gezeigt. „Wir haben gekämpft“, sagte sie in einer kurzen Erklärung in der FDP-Bundesgeschäftsstelle in Berlin. „Fakt ist aber, wir haben verloren.“ Nach den Hochrechnungen fliegt die FDP in Rheinland-Pfalz nicht nur aus der Landesregierung, sondern auch aus dem Landtag.

FDP-Spitzenkandidatin Daniela Schmitt: Die Liberalen verpassen den Einzug in den Landtag in Rheinland-Pfalz dpa

Linken-Chef van Aken: Ergebnis in Rheinland-Pfalz tut weh

Der Linken-Vorsitzende Jan van Aken hat ein zwiespältiges Fazit zum Abschneiden seiner Partei bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz gezogen. „Es tut mir natürlich weh, dass es heute Abend nicht gereicht hat in Rheinland-Pfalz. So knapp auch“, sagte er im ZDF. Die Linke habe aber ihr Ergebnis im Land fast verdoppelt und seit der Bundestagswahl in allen Wahlen deutlich zugelegt. „Ich glaube, wir sind auf dem richtigen Weg, aber jetzt hat es gerade mal nicht gereicht“, sagte van Aken. Die Linke müsse bei älteren Menschen und auf dem Land stärker werden.

Patrick Schnieder: „Phänomenal“

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder freut sich nicht nur als CDU-Politiker über das gute Abschneiden seiner Partei in Rheinland-Pfalz – sondern auch als Bruder von CDU-Spitzenkandidat Gordon Schnieder. „Dass mein Bruder das geschafft hat, ist phänomenal“, sagte Patrick Schnieder im ZDF. Dass die CDU wohl wieder den Regierungschef stellen könnte, sei ein historisches Ereignis. „Ich habe einen fantastischen Wahlkampf erlebt“, sagte Schnieder. Das Ergebnis werde der Partei Schub geben.


Die CDU war geschlossen wie nie.

Chrupalla: CDU muss sich Koalition mit der AfD überlegen

AfD-Co-Chef Tino Chrupalla fordert die CDU auf, nach dem Wahlergebnis seiner Partei in Rheinland-Pfalz umzudenken. Nach der aktuellen Hochrechnung hat die AfD ihr Ergebnis mehr als verdoppelt. „Da muss sich die CDU überlegen, wie sie im Endeffekt jetzt auch wieder von der SPD natürlich vom Nasenring durch die Manege gezogen wird“, sagt er im ZDF.

„Sie muss erklären, wie sie überhaupt noch konservative bürgerliche Politik betreiben will.“ Das werde sie mit der SPD nicht können. „Wir haben im Osten mittlerweile Umfrageergebnisse, wo wir keinen Koalitionspartner mehr brauchen. Also: Am Ende werden andere Parteien an unsere Tür klopfen müssen, wenn sie mitregieren wollen.“

Klüssendorf: Prognostiziertes Ergebnis sei herber Rückschlag, Bas spricht von Neuausrichtung der Partei

SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf bezeichnet die Prognose für seine Partei bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz als herben Rückschlag. Das müsse auch auf Bundesebene besprochen werden. „Wir werden hier im Präsidium und im Parteivorstand Fragen stellen müssen“, sagte er. Die SPD müsse nun in die Offensive kommen. „Wir müssen die Reformen, die jetzt anstehen, mitgestalten.“ Eine Personaldiskussion bringe aber niemanden weiter.

SPD-Chefin Bärbel Bas sieht auch die Bundesebene ihrer Partei mitverantwortlich. „Das ist für uns ein einschneidendes Ergebnis“,  sagte Bas im ZDF. Die rheinland-pfälzische SPD habe alles getan. „Und der Bund hatte Auswirkungen sicherlich auf das Ergebnis in Rheinland-Pfalz.“ Der SPD-Co-Vorsitzende Lars Klingbeil und sie hätten sich bereits „auf den Weg gemacht“, Reformen vorangebracht und an einer Neuausrichtung der SPD gearbeitet. Die SPD müsse in verschiedenen Felder Kompetenz zurückgewinnen.

Wahlbeteiligung höher als bei Wahl 2021

Laut vorläufigen Zahlen haben in diesem Jahr mehr Wählerinnen und Wähler ihre Stimme abgegeben als bei der letzten Landtagswahl 2021. Die Wahlbeteiligung liegt voraussichtlich bei 69,5 Prozent. Vor fünf Jahren waren es 64,3 Prozent. 

Linnemann: „Starkes Ergebnis für die Mitte-Parteien“, Thorsten Frei sieht es als Ansporn für die Bundesregierung

CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann hat das Ergebnis als Zeichen für die Mitte bezeichnet. „Wenn das Ergebnis so bleibt, hat man mehr als 50 Prozent Schwarz-Rot, das ist schon auch ein starkes Ergebnis für die Mitte-Parteien“, sagt Linnemann im ZDF. Es hätten regionale Themen bei der Landtagswahl dominiert. „Gordon Schnieder als Spitzenkandidaten hat es geschafft, sich auf die wichtigen Themen zu fokussieren, unter anderem das Thema Bildung und Wirtschaft“, sagt er zum Spitzenkandidaten der CDU.

Thorsten Frei sieht das Wahlergebnis in Rheinland-Pfalz als Ansporn für die schwarz-rote Koalition im Bund. „Insgesamt ist es natürlich bedenklich, dass die AfD auch in Rheinland-Pfalz deutliche Zuwächse hatte“, sagt er im ZDF. „Das muss die Parteien der politischen Mitte alarmieren, denn es geht darum, dass wir die Herausforderungen, die die Menschen haben, auch wirklich adressieren und lösen.“ Man müsse endlich zu Wirtschaftswachstum kommen, „zu einem sich selbst tragenden nachhaltigen Wachstum“. Dafür müsse man die Wettbewerbsfähigkeit stärken. Das sei die gemeinsame Aufgabe der Koalition von Union und SPD.

Wie wäre die Sitzverteilung der Hochrechnung zufolge?

Der Landtag in Rheinland-Pfalz hat 101 Sitze. Laut Hochrechnung von Infratest dimap schaffen es vier Parteien in das Landesparlament. Die CDU bekäme als stärkste Partei 37 Sitze. Auf die SPD entfielen 31 Sitze, auf die Grünen 9. Die AfD wäre mit 24 Sitzen vertreten.

Für eine Koalition sind 51 Sitze nötig. Möglich wären somit eine Koalition aus CDU und SPD oder, unwahrscheinlicher, eine Koalition aus CDU, SPD und Grünen. Alle Parteien schließen eine Koalition mit der rechtspopulistischen AfD aus.

Landtagswahl: Rund 50 Prozent Wahlbeteiligung bis zum Mittag

Bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz haben bis zum Mittag (12.00 Uhr) rund 50 Prozent der Stimmberechtigten gewählt. Rund 34 Prozent hatten Briefwahl beantragt, weitere rund 16 Prozent gaben in den ersten vier Stunden ihre Stimme an der Urne ab, wie der Landeswahlleiter mitteilte. 

Mehr zum Thema

Unsere Partner

Anzeige

Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen

Anzeige

Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln

Anzeige

Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik

Anzeige

Anzeige

Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden

Anzeige

Produktvergleich – schnell zum besten Produkt

Weiterlesen

Weitere Nachrichten