EU und USA: Wie Trump Europas Medikamentenpreise in die Höhe treibt

EU und USA: Wie Trump Europas Medikamentenpreise in die Höhe treibt

Brüssel, München, Paris. Es ist eine jener Geschichten, die der US-Präsident besonders gern erzählt, zuletzt bei einer Veranstaltung der Republikanischen Partei in Washington: Vor lachendem Publikum spielt Donald Trump Verhandlungen mit EU-Regierungschefs nach, wie ein Video der Veranstaltung zeigt. Einen nach dem anderen habe er gezwungen, höhere Medikamentenpreise in ihren Ländern durchzusetzen.

„Nehmen wir Frankreich als Beispiel. Ich rief also Macron an. Emmanuel, du wirst die Preise für Medikamente etwas anheben müssen“, ruft Trump vor seinen Parteianhängern. Der US-Präsident imitiert den französischen Akzent am anderen Ende der Leitung: „Non, non, non, das kann ich nicht tun.“ Trump grinst: „Doch, du wirst es tun – und du wirst es mögen.“

Der Franzose habe sich gewunden, doch er, so Trump, habe ihm gedroht: „Wenn du bis Montag nicht zugestimmt hast, verhänge ich 25 Prozent Zoll auf alles aus Frankreich, einschließlich eurer Weine und Champagner.“ Daraufhin habe der französische Präsident geantwortet: „Ich würde meine Medikamentenpreise liebend gern erhöhen. Bitte sag es meiner Bevölkerung nicht. Bitte, Donald. Ich flehe dich an.“

Nach diesem Muster seien die Telefonate auch mit allen anderen europäischen Regierungschefs verlaufen, sagt Trump weiter: „Ob Emmanuel, Hans oder Ludwig – völlig egal, wie sie heißen: Am Ende lief es immer auf dasselbe hinaus“, ruft Trump triumphierend. „Nach etwa drei, zwei Minuten gaben sie alle nach: ‚Sir, es wäre uns eine Ehre, unsere Medikamentenpreise zu vervierfachen, wenn Sie das wünschen. Wir wollen Sie glücklich machen.‘“

Macrons Sprecher wies die Geschichte als „Fake News“ zurück. Das Präsidialamt betonte, in Frankreich setze nicht der Präsident die Medikamentenpreise fest, die Preise würden vom Sozialversicherungssystem reguliert. Rein technisch stimmt das – doch es ist nur die halbe Wahrheit.

Tatsächlich bringt der US-Präsident gerade mit einer Mischung aus Druck und neuen Verordnungen die Gesundheitssysteme in europäischen Ländern dazu, in kommenden Verhandlungsrunden mit Pharmafirmen höhere Medikamentenpreise in Kauf zu nehmen. Das erfuhr das Handelsblatt in Gesprächen mit Beamten, Diplomaten und Brancheninsidern. „Trump übertreibt gern, der Kern der Geschichte stimmt aber: Die Medikamentenpreise in Europa werden steigen“, sagt ein hochrangiger Beamter in Brüssel.

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