Triest (Italien) – Fünf Kinder ganz allein zu Hause! Während Mama und Papa ihren Urlaub am Roten Meer genießen, kämpfen sich ihre minderjährigen Kinder in Triest (Italien) vier Tage lang ohne Aufsicht durch den Alltag. Erst eine aufmerksame Lehrerin schlägt Alarm und löst damit einen Einsatz von Polizei und Jugendamt aus.
Aufgeflogen ist der Fall durch die Aussage eines der Kinder: Ein achtjähriger Junge erzählte in der Schule beiläufig, dass seine Eltern im Urlaub in Sharm El Sheikh seien. Seine Lehrerin wurde stutzig, fragte nach und stellte fest, dass gleich fünf Geschwister im Alter von 8 bis 17 Jahren seit Tagen allein in der Wohnung lebten. Wie die italienischen Medien Repubblica und Rai berichten, informierte sie umgehend die Behörden.
Kinder meistern Alltag mit neun Haustieren
Nach der Meldung rückten Polizei und Sozialdienste zur Wohnung der Familie aus. Vor Ort bestätigte sich der Verdacht: Die Kinder waren tatsächlich sich selbst überlassen. Laut Repubblica hatten sie den Alltag eigenständig organisiert, gingen weiterhin zur Schule und versorgten sich selbst. In der Wohnung fanden die Einsatzkräfte zudem fünf Hunde und vier Katzen, um die sich die Minderjährigen ebenfalls kümmern mussten.
Die Behörden griffen ein: Die Kinder wurden zunächst in ein Kinderkrankenhaus gebracht, um ihren Gesundheitszustand zu überprüfen. Anschließend kamen alle fünf gemeinsam in einer Einrichtung unter. Gleichzeitig wurde die Staatsanwaltschaft für Minderjährige eingeschaltet. Wie die Nachrichtenagentur ANSA berichtet, wurden die Eltern über die Maßnahmen informiert, gegen sie wird wegen Vernachlässigung von Minderjährigen ermittelt.
Eltern posten Fotos vom Urlaub
Während ihre Kinder allein zurechtkommen mussten, posteten die Eltern unbeschwert Urlaubsbilder vom Roten Meer in den sozialen Netzwerken. Die Reise war laut Repubblica anlässlich des Geburtstags der Frau geplant. Nachdem die Behörden eingeschaltet wurden, brachen die Eltern ihren Urlaub ab und kehrten nach Triest zurück.
Derzeit sind die Geschwister gemeinsam in einer Einrichtung untergebracht, der Kontakt zu den Eltern ist weiterhin möglich. Die Behörden arbeiten daran, die Familie wieder zusammenzuführen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Eltern ihre Erziehungsfähigkeit unter Beweis stellen. Wie Triests Sozialstadtrat Massimo Tognolli laut ANSA erklärte, stehe „die Sicherheit und das Wohlergehen der Kinder an erster Stelle“.



