Vinicius Jr. trifft mit Real auf Bayern: Die größte Reizfigur des Fußballs
Real-Star Vinícius Junior (25) fällt immer wieder durch provozierende Gesten auf
Auf ihn werden beim Kracher zwischen Real und Bayern am Dienstagabend alle Augen gerichtet sein. Vinícius Júnior (25). Immer wieder gibt es Ärger um den Außenstürmer. Zuletzt provozierte der Star von Real Madrid die Fans von Manchester City. Nach seinem Doppelpack beim 2:1 in England. Der bescherte Real den Einzug ins Viertelfinale der Champions League – gegen den FC Bayern.
Vinícius baute sich vor den City-Fans auf und machte eine Heul-Geste, indem er sich die Augen vor der Tribüne demonstrativ rieb. Seine Erklärung: „Erinnert ihr euch noch an die Choreografie der Man-City-Fans letztes Jahr? Der Fußball gibt einem eine zweite Chance … und dieses Mal habe ich getroffen.“ 2025 hatten ihn die City-Anhänger wegen seiner Reaktion auf die Niederlage bei der Weltfußballer-Wahl 2024 gegen City-Star Rodri (29) als Heulsuse verspottet. Auf einem riesigen Plakat stand vor einem Jahr in Anlehnung an einen Oasis-Song: „Stop crying your heart out“ (deutsch: Hör auf, so jämmerlich zu weinen).
Vinícius Jr: Die größte Reizfigur des Weltfußballs
Den Rache-Jubel könnte man mit Humor nehmen, wäre es nicht Vinícius Júnior. Er ist – auch aufgrund seiner provozierenden Gesten nach eigenen Treffern – die wahrscheinlich größte Reizfigur im Weltfußball.
Rückblick auf das letzte Duell mit den Bayern. Vor fast genau zwei Jahren, als die Münchner im Königsklassen-Halbfinale im Estadio Santiago Bernabéu durch zwei Gegentore kurz vor Schluss dramatisch ausschieden, provozierte der Brasilianer Kimmich in der Nachspielzeit. Als der DFB-Kapitän Vinicius den Ball zum Einwurf reichen wollte, griff der mit Absicht daneben. Daraufhin sprintete Kimmich der Kugel hinterher und drückte sie Vinicius erneut in die Hände. Der Real-Angreifer warf den Ball im Anschluss grinsend weg und gewann so weiter Zeit. In den 90 Minuten zuvor hatte Vinicius Kimmich obendrein auch noch schwindlig gespielt. Kimmich musste unter Trainer Thomas Tuchel (52) damals als Rechtsverteidiger ran.
Im Februar 2026 hatte er ein Traumtor im Hinspiel der Play-offs der Champions League bei Benfica Lissabon (1:0) mit einer provokanten Tanzeinlage gefeiert. An der Eckfahne, direkt vor den portugiesischen Fans. Er jubelte derart übertrieben, dass er Gelb sah. Das Stadion bebte, Benfica kochte. Anschließend kam es zum Vorfall mit Gegenspieler Gianluca Prestianni (20), der den Brasilianer nach Angabe von Ohrenzeugen rassistisch beleidigt haben soll und deshalb gesperrt wurde. Zu den Zeugen zählt Mitspieler Kylian Mbappé (27).
Mit diesem Jubel löste Vinícius großen Ärger beim Spiel bei Benfica Lissabon aus
Neidfaktor! Mbappé kassiert viel mehr Gehalt
Die beiden Offensiv-Stars der Königlichen haben die gleichen Ziele, gelten aber nicht als die besten Freunde in der Kabine. Das liegt schon an der Position. Beide spielen lieber auf der linken Seite. Weil Mbappé auch als Mittelstürmer Weltklasse hat, muss er ins Zentrum.
Kylian Mbappé (27) und Vinícius finden sich auf dem Platz. Die Real-Stars gelten aber nicht als Freunde
Hinzu kommt der Neidfaktor. Der Franzose kassiert rund 35 Mio. Euro Gehalt pro Jahr. Vinícius aktuell weniger als 25 Mio. Der Vertrag gilt bis 2027. Für den Fall einer Verlängerung soll sein Gehalt bei unter 30 Mio. bleiben, er sich aber mindestens auf Augenhöhe mit Mbappé sehen. Sportlich ist er das.
Gleichzeitig stellt Vinícius eine unkontrollierbare Gefahr innerhalb der Mannschaft dar. Der Nationalspieler fällt regelmäßig durch Pöbel-Attacken auf, durch Überheblichkeit, durch Aggression und Schauspiel-Einlagen – das alles passt nicht zu Real Madrid. Trotzdem steht Präsident Florentino Pérez (79) hinter dem womöglich umstrittensten Star des Weltfußballs.
Real-Boss Pérez opferte Alonso für Vinícius
Er macht alles, um den Brasilianer unter Kontrolle zu bekommen, nur beim Geld gibt es Grenzen. Weil Vinícius 2024 nicht zum Weltfußballer gekürt wurde, sondern Rodri, reiste die ganze Klub-Delegation nicht zur Gala. Dabei wurde Real als Mannschaft des Jahres geehrt. Als es zum Krach mit Ex-Trainer Xabi Alonso (44) kam, gab Pérez anfangs noch Leverkusens Meistermacher Rückendeckung. Er dachte an einen Verkauf des Exzentrikers, den viele Amtsträger bei Real gerne sehen würden. Am Ende positionierte sich Pérez auf der Seite des Spielers. Der hält damit alle Fäden in der Hand und bestimmt, wer sein Trainer sein darf. Interimscoach Álvaro Arbeloa (43) streichelt Vinícius.
Vor dem Bayern-Spiel am Dienstagabend sagte Vini Jr. über Alonso: „Ich fand keinen Draht zu ihm“ und schwärmte über Arbeloas und seine „wunderbare Verbindung“. Das heißt aber nicht, dass der Alonso-Nachfolger den Südamerikaner für immer hinter sich hat. Bei dem schlägt die Stimmung schnell um. Er kommt aus Porto do Rosa, einem rauen Stadtteil von Rio de Janeiro. Gewalt ist an der Tagesordnung. Dort gewinnt der Stärkere, nicht der Diplomatische. Man lässt sich nichts gefallen.
Vinícius (l.) zoffte sich mit Trainer Xabi Alonso (44). Leverkusens Meistermacher wurde bei Real gefeuert
Vinícius lebt auch bei Real nach seinen Regeln der Straße. Niemand kann ihn einfangen. Nicht einmal Pérez. Er ist der Präsident der Stars. In dieser Wertung liegt Vinícius weit vorne. Allein bei Instagram hat Viní Jr. 59 Mio. Follower. Im europäischen Spitzen-Fußball haben nur Teamkollege Mbappé (rund 130 Mio.) und Liverpool-Star Mo Salah (33/66 Mio.) mehr.
Kroos konnte Vinícius noch führen
Die Popularität zahlt sich aus. Der Stürmer hat Werbeverträge mit Top-Marken wie Nike, Boss, Pepsi, PlayStation oder Prada. Seine Freundin, die brasilianische Moderatorin Virginia Fonseca (26), hat ebenfalls fast 55 Mio. Follower. Seine Netflix-Doku trägt in Anlehnung an seinen Hüftschwung-Jubel den Namen „Tanz, Viní!“
Aber auch innerhalb der Mannschaft tanzt er oft aus der Reihe. Was daran liegt, dass es in der Kabine kein Korrektiv gibt. Keinen Toni Kroos (36/Karriereende 2024) mehr und keinen Luka Modrić (40/seit 2025 AC Mailand), die ihn zu führen wussten. Aktuell ist Vinícius nicht nur für jeden Gegner eine Gefahr – sondern auch für Real.
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