Das Hamburger Gewürzunternehmen Ankerkraut verlässt Nestlé und geht wieder eigene Wege. Nach vier Jahren unter dem Dach des weltgrößten Lebensmittelkonzerns haben die Unternehmensgründer Anne und Stefan Lemcke ihre Unternehmensanteile zurückgekauft, wie beide der Nachrichtenagentur dpa mitteilten. Über die finanziellen Details der Transaktion sei Stillschweigen vereinbart worden.
Ziel sei es, die Marke wieder unabhängig weiterzuentwickeln und dabei besonders an ihre ursprüngliche Identität und die unternehmerischen Wurzeln anzuknüpfen. In Anbetracht einer veränderten Marktlage seien beide Seiten überzeugt, dass diese Entscheidung der Marke zusätzlichen unternehmerischen Spielraum verschaffe, um die künftige Entwicklung des Unternehmens noch flexibler und schneller voranzutreiben.
»Ankerkraut ist für uns mehr als ein Unternehmen – es ist unser Lebenswerk«, betonten Anne und Stefan Lemcke (ein Portrait der beiden Gründer lesen Sie hier ). Der Vorstandsvorsitzende von Nestlé Deutschland, Alexander von Maillot, sagte: »Wir unterstützen den Wunsch der Gründer nach größerer unternehmerischer Eigenständigkeit.« Die bisherige Zusammenarbeit nannte er konstruktiv, vertrauensvoll und von gemeinsamen Zielen geprägt.
Shitstorm nach der Nestlé-Übernahme
Die Übernahme der Mehrheit an Ankerkraut durch Nestlé hatte 2022 in den sozialen Medien einen Shitstorm ausgelöst. Eine große Mehrheit der Nutzer lehnte den Deal ab. Viele warfen Anne und Stefan Lemcke vor, ihre Werte verraten zu haben. Auch Influencer wandten sich von dem Unternehmen ab.
Nestlé steht seit Jahren in der Kritik – viele werfen dem Konzern vor, mit seinen Produkten Profit auf Kosten der Ärmsten zu machen. Auch gibt es Vorwürfe, wonach für die Lieferketten des Unternehmens Regenwald gerodet wird und Wasserressourcen ausgebeutet werden. Ein weiterer Kritikpunkt sind Nestlés Geschäfte in Russland, das Krieg gegen die Ukraine führt.



