Startseite
Unternehmen
Industrie
Geschäftsberichte 2026 aktuell: Geschäftszahlen & Quartalszahlen
Qiagen: Für das zweite Quartal rechnet Qiagen mit einem währungsbereinigten Umsatzrückgang von etwa zwei Prozent. Foto: dpa
Qiagen senkt Jahresprognose nach gemischtem Jahresauftakt
Qiagen hat nach einem gemischten Start ins Jahr seine Prognose für 2026 gesenkt. Der Diagnostikspezialist erwartet nun ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von etwa ein bis zwei Prozent statt bislang mindestens fünf Prozent, wie das Unternehmen am Montagabend mitteilte. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll mindestens 2,43 Dollar erreichen, zuvor waren mindestens 2,50 Dollar angepeilt. Als Gründe nannte Qiagen eine schwächere Nachfrage nach QuantiFERON-Tests für Immigrationsuntersuchungen, Vorsicht bei US-Kunden im Bereich Life Sciences und geopolitische Unsicherheiten.
Im ersten Quartal stieg der vorläufige Konzernumsatz auf berichteter Basis um zwei Prozent auf 492 Millionen Dollar, währungsbereinigt sank er jedoch um ein Prozent. Qiagen hatte zuvor mindestens ein Prozent Wachstum zu konstanten Wechselkursen erwartet. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 0,54 Dollar im Rahmen der Erwartungen. Für das zweite Quartal rechnet Qiagen mit einem währungsbereinigten Umsatzrückgang von etwa zwei Prozent und einem bereinigten Gewinn je Aktie von mindestens 0,60 Dollar.
Verizon hebt Jahresziele an – überraschend Wachstum bei Kunden
Mit Sonderrabatten hat Verizon erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt in einem ersten Quartal Kunden hinzugewonnen. „Die Ergebnisse zeigen, dass unsere Trendwende nicht nur voranschreitet, sondern an Fahrt gewinnt“, sagte Dan Schulman, der Chef des US-Mobilfunkers, am Montag. „Wir sind dabei, unsere Marktführerschaft zurückzugewinnen.“ Er gehe davon aus, dass die Zahl der neuen Mobilfunkverträge zum Jahresende am oberen Ende der angepeilten Spanne von 750.000 bis einer Million liegen werde. Dies wäre eine Verdreifachung im Vergleich zu 2025. Darüber hinaus hob Schulman das Gewinnziel für 2026 auf 4,95 bis 4,99 von 4,90 bis 4,95 Dollar je Aktie an.
In den ersten drei Monaten des Jahres gewann der Konzern 55.000 Kunden hinzu, während Analysten mit einem Minus von knapp 82.000 gerechnet hatten. Verizon lockte bisherige Nutzer der Rivalen AT&T und T-Mobile mit Sonderkonditionen. Zudem setzt Verizon wie die Konkurrenz auf kombinierte Mobilfunk- und Glasfaser-Angebote. Hierfür übernahm der Telekom-Konzern den Glasfaser-Spezialisten Frontier für 20 Milliarden Dollar.
Verizon steigerte den Konzernumsatz im ersten Quartal um 2,9 Prozent, der mit 34,4 Milliarden Dollar aber hinter den Markterwartungen zurückblieb. Verizon begründete dies mit der Zurückhaltung der Kunden bei der Neuanschaffung von Geräten. Der Gewinn lag mit 1,28 Dollar je Aktie über den Analystenprognosen. Firmenchef Schulman fährt seit seiner Amtsübernahme im vergangenen Herbst einen Sparkurs. Er hat den größten Stellenabbau der Firmengeschichte angekündigt, bei dem mehr als 13.000 Jobs gestrichen werden.
Edeka-Verbund steigert Umsatz auf 77,3 Milliarden Euro
Der Edeka-Verbund hat seinen Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr leicht steigern können. Insgesamt seien 77,3 Milliarden Euro umgesetzt worden – und damit 2,7 Prozent mehr als im Jahr zuvor, teilte die Zentrale in Hamburg mit. Das sei ein Rekordhoch. 42,7 Milliarden Euro (plus 4,6 Prozent) entfielen dabei den Angaben zufolge auf die rund 3.200 eigenständig agierenden Edeka-Kaufleute, 17,9 Milliarden Euro (plus 1,6 Prozent) auf den Discounter Netto.
Ende vergangenen Jahres betrieb der Verbund insgesamt 10.871 Lebensmittelmärkte. Davon entfielen 5.629 auf Edeka und 4.433 auf Netto. Bundesweit seien 247 Märkte neu eröffnet worden, 104 davon bei Netto. Die Investitionen bezifferte der Verbund auf rund 2,6 Milliarden Euro, im laufenden Jahr sollen es 2,9 Milliarden Euro werden. Zu Gewinnen machte Edeka keine Angaben.
Drohnen-Boom beschert französischer Rüstungsfirma Exosens kräftiges Umsatzplus
Der französische Rüstungstechnologiekonzern Exosens hat im ersten Quartal dank einer starken Nachfrage nach Nachtsichtgeräten und Drohnentechnologie deutlich mehr umgesetzt. Die Erlöse seien um 19,7 Prozent auf 122,6 Millionen Euro gestiegen, teilte das Unternehmen am Montag mit. Der bereinigte Bruttogewinn legte demnach um 20,1 Prozent auf 63,5 Millionen Euro zu.
Angesichts der zunehmenden geopolitischen Spannungen beschleunige sich die Nachfrage nach einsatzkritischen Nachtsicht- und digitalen Bildgebungslösungen, erklärte Konzernchef Jerome Cerisier. Exosens prüfe eine weitere Ausweitung der Kapazitäten. Zu den Kunden des Unternehmens zählen Analysten zufolge auch die deutschen Rüstungskonzerne Rheinmetall und Hensoldt.
Nordex startet mit Ergebnissprung ins Jahr
Der Windanlagenbauer Nordex ist mit einem Umsatz- und Ergebnisanstieg ins Jahr gestartet. Der Umsatz habe sich im ersten Quartal um 10,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf rund 1,6 Milliarden Euro erhöht, teilte das im Nebenwerteindex MDax gelistete Unternehmen am Montag mit. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sei um 64,3 Prozent auf 130,7 Millionen Euro gestiegen, bei einer gleichzeitig verbesserten EBITDA-Marge von 8,2 (Vorjahr: 5,5) Prozent. „Die anhaltende Nachfrage aus unseren Kernmärkten sowie eine bereits im ersten Quartal erzielte EBITDA-Marge von über acht Prozent unterstreichen, dass wir auf einem guten Weg sind, unsere für dieses Jahr gesetzte Prognose zu erreichen“, sagte Nordex-Chef José Luis Blanco.
Der Gesamtauftragswert lag laut Nordex im ersten Quartal bei 1,7 Milliarden Euro, nach 1,9 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Der Auftragsbestand habe sich zum 31. März 2026 auf 17,0 (31. März 2025: 13,5) Milliarden Euro belaufen. Nordex produzierte den Angaben zufolge von Januar bis März Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 1494 Megawatt (MW), was einem Anstieg von 23,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Adyen verzeichnet Umsatzplus im ersten Quartal
Der niederländische Zahlungsdienstleister Adyen hat im ersten Quartal den Umsatz um 20 Prozent gesteigert und bewegt sich damit im Zielkorridor für die Jahresprognose. Unter der Annahme einer konstanten Währungsbasis seien die Erlöse im ersten Quartal auf 620,8 Millionen Euro gestiegen, teilte das Unternehmen im Rahmen einer Mitteilung zu einer kleineren Übernahme am Donnerstagabend mit. Die im Februar gesenkte Prognose für das laufende Jahr bestätigte der Konzern. Ziel ist es, den Umsatz bereinigt um Währungseffekte um 20 bis 22 Prozent zu steigern. Bei der Marge wird für das laufende Jahr mit einer Stagnation gerechnet.
Adyen will die Talon.One GmbH für 750 Millionen Euro übernehmen. Bezahlt werde die Summe aus bestehenden Barreserven, hieß es weiter. Mit einem Abschluss wird im zweiten Halbjahr gerechnet. Talon.One wurde von dem Lieferando-Mitgründer Christoph Gerber im Jahr 2015 gestartet. Die Firma ist eine Software-Plattform für Marketing-Aktionen wie Gutscheine, Rabatte, Treueprogramme und Treueaktionen.
Holcim übertrifft die Erwartungen
Der Zementkonzern Holcim ist verhalten in das neue Jahr gestartet. Der Umsatz sank im ersten Quartal um 4,8 Prozent auf 3,52 Milliarden Franken, während das operative Ergebnis um 11,2 Prozent auf 431 Millionen Franken fiel, wie das Schweizer Unternehmen am Freitag mitteilte. Holcim begründete den Rückgang mit dem Verkauf des Geschäfts in Nigeria und in anderen Märkten, der nassen Witterung in Europa und ungünstigen Währungseffekten. Dennoch übertraf der Konzern die Analystenschätzungen leicht. Holcim bestätigte zudem seinen Ausblick für das Gesamtjahr und rechnet weiterhin mit einem organischen Umsatzwachstum von drei bis fünf Prozent und einem organischen Ergebnis-Anstieg um acht bis zehn Prozent.
Kühne+Nagel spürt Nahost-Konflikt in der Seefracht
Der Schweizer Logistikkonzern Kühne+Nagel (K+N) hat im ersten Quartal Gewinn- und Umsatzeinbußen verzeichnet und die Auswirkungen der Krise im Nahen Osten zu spüren bekommen. Der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn (Ebit) fiel in den ersten drei Monaten 2026 um 23 Prozent auf 308 Millionen Franken, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Dank der im Oktober 2025 angekündigten Sparmaßnahmen habe K+N die Stückkosten nachhaltig senken können. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet der Konzern nun mit einem bereinigten operativen Gewinn zwischen 1,25 und 1,40 Milliarden Franken. Bisher hatte K+N 1,2 bis 1,4 Milliarden in Aussicht gestellt. Unter dem Strich stand im Quartal ein Gewinn von 248 Millionen Franken, ein Rückgang von 18 Prozent.
Der Nettoumsatz schrumpfte um zwölf Prozent auf 5,6 Milliarden Franken. In der Seefracht brach der Umsatz angesichts der Störungen im Nahen Osten um ein Viertel ein. In der Luftfracht führten die geopolitischen Spannungen zu einer Verknappung der Kapazitäten und einer erhöhten Nachfrage nach Charterflügen. Um die regionalen Lieferketten aufrechtzuerhalten, richtete das Unternehmen in der Straßenlogistik zudem Landbrücken ein, etwa für Lkw-Transporte von Saudi-Arabien in die Vereinigten Arabischen Emirate. Konzernchef Stefan Paul erklärte, man werde die Lage im Nahen Osten weiter genau beobachten. Dies gelte insbesondere mit Blick auf steigende Energiepreise und mögliche Auswirkungen auf die Konsumnachfrage.
Intel mit starken Zahlen und KI-Optimismus – Aktie steigt um 17 Prozent
Ein wachsender Bedarf an Prozessoren für Rechenzentren hat Intel zu einem überraschend starken Quartalsergebnis verholfen. Da sich bei Künstlicher Intelligenz (KI) der Schwerpunkt vom Training der Modelle zur täglichen Nutzung dieser Software verlagere, würden die Produkte des US-Chipherstellers gefragter, sagte Konzernchef Lip-Bu Tan am Donnerstag und legte Umsatzziele über Markterwartungen vor. Die Intel-Aktie stieg im nachbörslichen Handel um 17 Prozent.
Börsenbetreiber LSEG nach Rekordquartal optimistisch
Der Londoner Börsenbetreiber London Stock Exchange Group (LSEG) hat im ersten Quartal von den gestiegenen Handelsumsätzen infolge des Iran-Kriegs profitiert. Die LSEG rechnet nach dem Rekordquartal mit einem Umsatzwachstum am oberen Ende ihrer bisherigen Prognose. Die Gesamterträge dürften 2026 ebenfalls in der oberen Hälfte der anvisierten Spanne von 6,5 bis 7,5 Prozent zulegen, teilte der Börsen- und Datenkonzern am Donnerstag mit. Die Nachrichtenagentur Reuters liefert Nachrichten für das LSEG-Daten-Terminal Workspace und andere Produkte des Konzerns.
Im ersten Quartal stiegen die Erträge organisch um 9,8 Prozent und übertrafen damit die Markterwartungen von acht Prozent. Angetrieben wurde das Geschäft von einem massiven Anstieg der Handelsaktivitäten über alle Anlageklassen hinweg. Auslöser war der Ende Februar begonnene Iran-Krieg, der für eine hohe Marktvolatilität sorgte. Die LSEG-Aktie legte zeitweise um bis zu vier Prozent zu.
Flatexdegiro verzeichnete Rekordgewinn im ersten Quartal
Der Onlinebroker Flatexdegiro hat zu Jahresbeginn vom regen Börsenhandel seiner Kunden erfahren. Die Kapitalmärkte waren geprägt von anhaltender Volatilität, ausgelöst durch geopolitische Konflikte und deren Auswirkungen auf globale Wirtschaftsketten, wie das im MDax notierte Unternehmen am Mittwoch in Frankfurt nach Börsenschluss mitteilte. Die Zahl der von Flatex registrierten Kundenkonten stieg im Vergleich zu Ende Dezember um 3 Prozent auf knapp 3,6 Millionen. Die durchschnittliche Provision pro Transaktion fiel höher aus, außerdem stiegen die Bareinlagen und Anleger nahmen mehr Wertpapierkredite in Anspruch. Im ersten Quartal erzielte Flatex so einen Rekordgewinn.
Der Umsatz von Flatex stieg im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um schnell ein Fünftel auf 174 Millionen Euro, getrieben von gestiegenen Provisionserträgen sowie Zinserträgen. Zugleich stiegen die Kosten weniger stark als der Umsatz, sodass der Gewinn um 28 Prozent auf schnell 54 Millionen Euro anschwoll. Die Jahresziele bestätigte Chefkoch Oliver Behrens.
Anleger zeigten sich erfreut. Die Flatex-Aktie legte nachbörslich auf der Handelsplattform Tradegate um gut ein Prozent zu.
Nokia wächst mit KI-Geschäft
Ein wachsendes Geschäft mit Cloud-Anbietern und KI-Entwicklern gibt Nokia Rückenwind. Er beobachte eine zunehmende Nachfrage in diesem Bereich, betonte Justin Hotard, der Chef des finnischen Netzwerk-Ausrüsters, am Donnerstag. Daher hebe er die Wachstumsziele für Umsätze mit dieser Kundengruppe an. Er erwarte bis 2028 ein jährliches Plus von 27 statt 16 Prozent.
Im abgelaufenen Quartal stiegen die Erlöse mit Cloud- und KI-Kunden um knapp die Hälfte und machten inzwischen acht Prozent des Konzernumsatzes von 4,5 Milliarden Euro aus, fügte Hotard hinzu. Diese Abnehmer hätten zudem neue Aufträge im Volumen von einer Milliarde Euro erteilt. Das Kerngeschäft mit Komponenten für Mobilfunknetze habe sich solide entwickelt, sagte Hotard weiter. Hier seien die Umsätze währungsbereinigt um drei Prozent auf 2,5 Milliarden Euro gestiegen. Der operative Gewinn habe um etwa 68 Prozent auf 222 Millionen Euro zugelegt. Auf Konzernebene sei das Betriebsergebnis überraschend deutlich um 54 Prozent auf 281 Millionen Euro gewachsen.
Heineken übertrifft mit Umsatzprognosen
Der Brauereikonzern Heineken hat im ersten Quartal dank eines überraschend robusten Bierabsatzes die Erwartungen übertroffen, blickt wegen der Folgen des Iran-Kriegs aber besorgt auf den Rest des Jahres. Der organische Umsatz stieg in den ersten drei Monaten des Jahres um 2,8 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro, wie der zweitgrößte Brauer der Welt am Donnerstag mitteilte. Analysten hatten mit einem Zuwachs von 2,3 Prozent gerechnet. Das Absatzvolumen legte organisch um 1,2 Prozent zu, Experten hatten hier eine Stagnation erwartet. Der Konzern warnte jedoch, dass durch den Krieg im Iran angetriebene Energiekosten und die Inflation die Nachfrage beeinträchtigen könnten. Heineken bestätigte seine Jahresprognose eines organischen Betriebsgewinnwachstums von zwei bis sechs Prozent.
Der niederländische Konzern, zu dem Marken wie Henninger, Gösser, Tiger oder Sol gehören, hatte mit einem schwierigen Jahr gerechnet. Nun verteuern sich zudem die Energie für den Brauprozess und die Herstellung von Glasflaschen. „Der Welthandel ist komplexer und volatiler geworden, mit Auswirkungen auf die Verfügbarkeit und die Kosten von Energie in bestimmten Märkten“, erklärte der scheidende Vorstandschef Dolf van den Brink. „Dies führt zu Inflationsdruck, der die Verbraucherstimmung mittelfristig beeinträchtigen könnte.“
Hyundai verfehlt Gewinnerwartungen im ersten Quartal
Hyundai hat zum Jahresauftakt die Markterwartungen verfehlt: Der operative Gewinn brach um fast 31 Prozent auf 2,5 Billionen Won (1,5 Milliarden Euro) ein und lag damit deutlich unter den prognostizierten 2,8 Billionen Won (rund 1,68 Milliarden Euro). Der Umsatz stieg trotz Gegenwinds um 3,4 Prozent auf 45,9 Billionen Won (rund 27,5 Milliarden Euro) – ein Rekord für ein erstes Quartal.
Der Autobauer kämpft mit US-Zöllen, schwächerer Nachfrage in Südkorea, China und Europa sowie höheren Kosten infolge geopolitischer Spannungen. Die Herausforderungen dämpfen die Margen und belasten die Absatzperspektiven. Die Aktie gab zwischenzeitlich um bis zu drei Prozent nach, liegt jedoch seit Jahresbeginn dank Hoffnungen auf Hyundais Robotik-Offensive deutlich im Plus.
Schweizerische Nationalbank rutscht im ersten Quartal in die roten Zahlen
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat im ersten Quartal wegen Verlusten auf ihren Fremdwährungspositionen rote Zahlen geschrieben. Unter dem Strich stand ein Fehlbetrag von 0,5 Milliarden Franken, wie die Notenbank am Donnerstag mitteilte. Im Vorjahreszeitraum hatte die SNB noch einen Gewinn von rund 6,7 Milliarden Franken erzielt. Auf den Fremdwährungspositionen verbuchte das Institut in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres einen Verlust von 8,2 Milliarden Franken.
Ein Bewertungsgewinn auf dem Goldbestand in Höhe von 7,8 Milliarden Franken federte das Minus jedoch weitgehend ab. Das Ergebnis der SNB hängt stark von der Entwicklung der Gold-, Devisen- und Kapitalmärkte ab, weshalb starke Schwankungen die Regel sind. Rückschlüsse auf das Jahresergebnis seien daher nur bedingt möglich, erklärte die Zentralbank.
Nestlé wächst organisch – doch die Währung belastet
Der Schweizer Nahrungsmittelriese Nestlé hat zum Jahresauftakt wegen des starken Frankens einen Umsatzrückgang verbucht. Die Erlöse sanken in den ersten drei Monaten um 5,7 Prozent auf 21,3 Milliarden Franken, wie der weltgrößte Lebensmittelkonzern am Donnerstag mitteilte. Negative Währungseffekte hätten den Umsatz mit 9,3 Prozent belastet. Das organische Wachstum, bei dem Währungseffekte sowie Firmenkäufe und -verkäufe ausgeklammert sind, betrug hingegen 3,5 Prozent und übertraf damit die Analystenschätzungen von 2,4 Prozent.
Dazu trugen um 1,2 Prozent höhere Verkaufsmengen sowie Preiserhöhungen von 2,3 Prozent bei. Ein Rückruf von Säuglingsnahrung schmälerte das Wachstum um etwa 0,9 Prozentpunkte. Für das Gesamtjahr hält der Vorstand an seiner Prognose fest. Erwartet wird weiterhin ein organisches Wachstum zwischen drei und vier Prozent, zudem soll sich die operative Ergebnismarge verbessern. „Unsere Ergebnisse für das erste Quartal zeigen, dass unsere auf Wachstum ausgerichtete Strategie Früchte trägt“, erklärte Konzernchef Philipp Navratil.
Starker Franken drückt Roche-Umsatz – Prognose bestätigt
Der Schweizer Pharmakonzern Roche hat im ersten Quartal wegen des starken Frankens einen Umsatzrückgang verzeichnet. Der Umsatz sank um fünf Prozent auf 14,72 Milliarden Franken, wie das Basler Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Die Stärke der Schweizer Währung belastete die Erlöse erneut: Währungsbereinigt lag das Wachstum bei sechs Prozent. Analysten hatten zuvor mit einem negativen Währungseffekt von bis zu zehn Prozent gerechnet. „Mit einem Verkaufswachstum von sechs Prozent zu konstanten Wechselkursen sind wir erfolgreich ins Jahr gestartet“, sagte Konzernchef Thomas Schinecker.
Der Konzern bestätigte seine Prognose für das Gesamtjahr 2026. Roche stellt weiterhin ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich sowie ein Wachstum des Kerngewinns je Aktie im hohen einstelligen Bereich in Aussicht.
KI-Boom beschert Nvidia-Zulieferer SK Hynix Rekordgewinn
Der südkoreanische Speicherchip-Hersteller SK Hynix hat dank des Booms bei Künstlicher Intelligenz (KI) im ersten Quartal einen Rekordgewinn verzeichnet. Der Betriebsgewinn habe sich auf 37,6 Billionen Won (etwa 25,4 Milliarden Dollar) mehr als verfünffacht, teilte der Nvidia-Zulieferer am Donnerstag mit. Damit traf das Unternehmen in etwa die Erwartungen von Analysten, die LSEG-Daten zufolge mit 37,9 Billionen Won gerechnet hatten. Der Umsatz kletterte um 198 Prozent auf 52,6 Billionen Won, während der Nettogewinn mit 40,3 Billionen Won die Prognosen deutlich übertraf.
Eine robuste Nachfrage großer Technologiekonzerne nach Server-Speichern für KI-Rechenzentren habe das Angebot verknappt und die Preise in die Höhe getrieben, hieß es in der Mitteilung weiter. Dies habe die Schwäche bei Chips für PCs und Smartphones ausgeglichen. SK Hynix profitierte von im Vergleich zum Vorquartal um rund 65 beziehungsweise 75 Prozent gestiegenen Verkaufspreisen für DRAM- und NAND-Speicherchips und geht davon aus, dass dieses günstige Preisumfeld vorerst anhält. Um die langfristig wachsende Nachfrage zu bedienen, plant der Konzern in diesem Jahr deutlich höhere Investitionen.
Analog-Chips von Texas Instruments im KI-Boom gefragt – Aktie steigt
Texas Instruments profitiert von einer starken Nachfrage nach seinen Analogchips im Zuge des Booms bei Rechenzentren und zeigt sich für das laufende Quartal optimistischer als gedacht. Für das Vierteljahr rechnet TI mit einem Umsatz zwischen 5,0 und 5,40 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt 4,86 Milliarden erwartet. Auch die Vorhersage für den Gewinn liegt über den Prognosen. Schon das abgelaufene Quartal lief unerwartet gut. Da Texas Instruments als eine der ersten Halbleiterfirmen seine Zahlen vorlegt und seine Chips in vielen Branchen zum Einsatz kommen, gelten die Ergebnisse als wichtiger Indikator für die weltweite Nachfrage. Die Aktie legte nachbörslich acht Prozent zu.
Nahost-Konflikt schlägt beim Softwarekonzern ServiceNow durch – Aktie sackt ab
Die Krise im Nahen Osten schlägt sich auch in der Bilanz des Softwarekonzerns ServiceNow nieder. Das US-Unternehmen teilte am Mittwoch mit, das Wachstum der Abonnementumsätze sei im ersten Quartal beeinträchtigt worden. Grund dafür seien Verzögerungen beim Abschluss mehrerer Großaufträge aufgrund der Lage in Nahost. ServiceNow-Aktien sackten nachbörslich um 14 Prozent ab.
Mit seinen Quartalszahlen übertraf ServiceNow gleichwohl die Erwartungen der Analysten: Der Umsatz lag bei 3,77 Milliarden Dollar, der bereinigte Gewinn bei 97 Cent pro Aktie. Auch die Prognose für 2026 wurde angehoben.
Dennoch gibt es Sorgen der Anleger vor den Folgen für Software-Firmen durch die zunehmende Konkurrenz durch Künstliche Intelligenz (KI). An der Wall Street geht die Angst vor einer „SaaSpocalypse“ um: Investoren befürchten, dass neue KI-Werkzeuge von Anbietern wie OpenAI oder Anthropic traditionelle Software-Dienstleistungen überflüssig machen könnten, indem sie Aufgaben automatisieren. Der erste Teil des Begriffs leitet sich ab vom Geschäftsmodell „Software as aService“ Service“ dieser Firmen.
L’Oréal wächst stärker als erwartet
Der französische Kosmetikkonzern L’Oréal ist im ersten Quartal stärker als erwartet gewachsen. Auf vergleichbarer Basis kletterten die Erlöse im Jahresvergleich um 7,6 Prozent auf 12,15 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Mittwochabend nach Börsenschluss in Paris mitteilte. Fachleute hatten im Schnitt ein geringeres Wachstum erwartet. Das Geschäft in China belebte sich spürbar und auch das Luxusgeschäft wuchs.
Boeing startet mit überraschend wenig Verlust ins Jahr
Der US-Flugzeugbauer Boeing ist nach Jahren der Krise überraschend mit weniger Verlust ins Jahr gestartet. Dank gestiegener Flugzeug-Auslieferungen fiel der Verlust im ersten Quartal mit 7 Millionen US-Dollar (rund 6 Mio Euro) geringer aus als die 31 Millionen Dollar ein Jahr zuvor, wie der Konkurrent des weltgrößten Flugzeugherstellers Airbus am Mittwoch in Arlington mitteilte. Boeing lieferte so viele Jets aus wie in keinem ersten Quartal seit 2019. Danach hatten weltweite Flugverbote für sein meistgefragtes Modell, Produktionsmängel und Skandale den Konzern in eine Existenzkrise gestürzt.
Im abgelaufenen Quartal erzielte Boeing einen Umsatz von 22,2 Milliarden Dollar und damit 14 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Zwar flossen unter dem Strich noch 1,45 Milliarden Dollar an Barmitteln aus dem Konzern ab, doch Analysten hatten im Schnitt mit weitaus schlechteren Zahlen gerechnet. Im Gesamtjahr will Boeing-Chef Kelly Ortberg weiterhin einen positiven Barmittelfluss zwischen 1 und 3 Milliarden Dollar erreichen.
K+S überrascht mit Ergebnissprung – Jahresziele erhöht
Der Düngemittel- und Salzhersteller K+S hebt nach einem überraschend deutlichen Ergebnisanstieg im vergangenen Quartal seine Jahresziele an. Das operative Ergebnis (Ebitda) soll im laufenden Jahr nun zwischen 630 und 730 Millionen Euro liegen, wie das Kasseler Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Bislang hatte K+S 600 bis 700 (Vorjahr: 613) Millionen Euro in Aussicht gestellt. Im ersten Quartal kletterte das Ergebnis nach vorläufigen Zahlen auf rund 280 Millionen Euro nach 201 Millionen im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten 225 Millionen Euro erwartet.
Neben einem sehr guten Start in das Geschäft mit Auftausalz lief es bei K+S auch in der Landwirtschaftssparte besser als gedacht. Hier profitierte der Konzern von höheren Absatzmengen und gestiegenen Durchschnittspreisen. Für den Rest des Jahres geht K+S von einer anhaltend positiven Preisentwicklung im Geschäft mit Düngemitteln aus. Sollten die Preise weiter deutlich anziehen, könnte das obere Ende der Ergebnisspanne erreicht werden. Im Gegenzug könnte ein länger andauernder Nahost-Krieg die Ertragssituation in der Landwirtschaft belasten und das Ergebnis an das untere Ende der Prognose drücken.
Höhere Preise und Einsparungen stützen AkzoNobel
Der niederländische Farben- und Lackhersteller AkzoNobel kann die Belastungen aus dem Iran-Krieg mit Preiserhöhungen und Einsparungen auffangen. Konzernchef Greg Poux-Guillaume zeigte sich trotz steigender Kosten zuversichtlich. Die vollen Auswirkungen würden sich erst in den kommenden beiden Quartalen zeigen. Die bereits angekündigten Preiserhöhungen reichten jedoch aus, um die Folgen des Krieges auszugleichen.
Im ersten Quartal legte der bereinigte operative Gewinn (Ebitda) um sieben Prozent auf 345 Millionen Euro zu. Analysten hatten im Schnitt nur 323 Millionen Euro erwartet. Der Hersteller von Dulux-Farben bestätigte zudem sein Ziel, im Gesamtjahr 2026 einen bereinigten operativen Gewinn von mindestens 1,47 Milliarden Euro zu erzielen. An der Börse wurden die Zahlen positiv aufgenommen: Die AkzoNobel-Aktie gewann im frühen Handel rund vier Prozent.
Unterdessen setzt AkzoNobel den Umbau seines Asien-Portfolios fort. Nach dem Verkauf der Geschäfte in Indien für 1,6 MilliardenDollar und in Pakistan für 50 Millionen Euro prüft der Konzern weitere Optionen. „Wir bewerten weiterhin unsere Positionen in Südostasien, und dieser Prozess ist im Gange“, sagte Finanzchef Maarten de Vries. Zugleich plant AkzoNobel eine Fusion mit dem US-Farbenhersteller Axalta, aus der ein gemeinsames Unternehmen mit einer Bewertung von rund 25 Milliarden Dollar hervorgehen soll.
Tui senkt Gewinnprognose für 2026 wegen Belastungen durch Iran-Krieg
Der Reisekonzern Tui hat sein Gewinnziel für 2026 gesenkt. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) wird nun wechselkursbereinigt zwischen 1,1 Milliarden und 1,4 Milliarden Euro erwartet. Zuvor hatte das Unternehmen ein Wachstum von sieben bis zehn Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von rund 1,4 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Die Umsatzprognose wurde vorübergehend ausgesetzt. Als Grund nannte Tui die Zurückhaltung der Kunden und kurzfristigere Buchungen infolge der Unsicherheit im Nahen Osten. Die gebuchten Umsätze für den Sommer 2026 liegen derzeit sieben Prozent unter dem Vorjahr. Betroffen sind vor allem Buchungen für die Türkei, Zypern und Ägypten; zugleich verlagert sich die Nachfrage vom östlichen in den westlichen Mittelmeerraum.
Allein im März belief sich die Belastung durch den Konflikt auf rund 40 Millionen Euro. Darin enthalten sind Rückholaktionen und betriebliche Beeinträchtigungen. Tui brachte rund 10.000 Gäste und 1.500 Crew-Mitglieder aus der Region zurück. Zwei Kreuzfahrtschiffe der „Mein Schiff“-Flotte mussten ihre Reisen bis Mitte Mai absagen. Zum 15. April waren 83 Prozent des Kerosinbedarfs für den Sommer sowie 62 Prozent für den Winter 2026/27 abgesichert. Für das Kreuzfahrtgeschäft sind über 80 Prozent der Energiekosten für das Gesamtjahr abgesichert. Trotz der Belastungen rechnet Tui für das zweite Quartal mit einem operativ besseren Ergebnis als im Vorjahr.



