Jobs: Wie Bewerber Unternehmen mit KI austricksen – und wie diese reagieren
Sich ins rechte Licht rücken: Immer mehr Bewerberinnen und Bewerber setzen Selbstinszenierung – auch mithilfe von KI. Foto: Moment/Getty Images
Düsseldorf. Während des Online-Bewerbungsgesprächs wandern die Augen des Bewerbers immer wieder zur Seite. Er lässt sich Zeit, wiederholt die Frage, seine Antwort klingt, als lese er sie ab.
So schildert Thomas Hoffmann, Deutschlandchef des Personalvermittlers Robert Walters, eine Situation, die bei seinem Kunden Misstrauen auslöste: Liest der Kandidat etwa KI-generierte Antworten von einem zweiten Bildschirm ab?
Der Bewerber bestreitet den Vorwurf, überprüfen lässt es sich nicht. „Das schlechte Bauchgefühl blieb – der Bewerber erhielt keine Zusage für den Job“, sagt Hoffmann.
Schummeln in Bewerbungsgesprächen mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) ist längst keine Ausnahme mehr. In sozialen Netzwerken kursieren tausendfach geklickte Tipps, wie sich ChatGPT und andere Tools als heimliche Souffleure im Job-Interview nutzen lassen.
Künstliche Intelligenz verschlimmert die ohnehin teilweise schwierige Beziehung zwischen Bewerbern und Arbeitgebern: Seit Jahren klagen Unternehmen über zu viele unpassende Bewerbungen, Kandidaten über unpersönliche Auswahlprozesse und lange Wartezeiten. Nun entwickeln sich Bewerbungsverfahren zunehmend zu einem technologischen Wettrüsten.
Das Handelsblatt hat mit Personalern, Arbeitsmarktexpertinnen und Forscherinnen gesprochen. Sie beschreiben fünf Probleme, die zeigen, wie KI Bewerbungsprozesse ad absurdum führt – und wie sie sich lösen ließen.



