Alle Meister & Pokalsieger in Europa

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In den meisten Ländern befindet sich die Saison in der heißen Phase und in einigen Ligen ist die Entscheidung im Titelrennen bereits gefallen. Transfermarkt gibt einen Überblick über alle Meister und Pokalsieger in den europäischen Ligen und wirft einen Blick auf deutsche Legionäre sowie ehemalige Bundesliga-Profis, die sich in dieser Saison über einen Titel freuen durften.
Spanien – Meister: FC Barcelona – Pokalsieger: Real Sociedad
Am 35. Spieltag sicherte sich der FC Barcelona im Clásico gegen Real Madrid den 29. LaLiga-Titel der Vereinsgeschichte. Für Robert Lewandowski war es nach einer Meisterschaft in Polen und zehn in Deutschland der dritte Erfolg in Spanien – seit 2010 beendete der Angreifer nur drei Saisons nicht auf Platz eins in der Tabelle.
Auch die ehemaligen Bundesliga-Profis Dani Olmo und Andreas Christensen sind aus ihren Stationen in Kroatien bzw. England erfolgsverwöhnt, an die Titelsammlung von João Cancelo kommen sie aber nicht heran. Der Portugiese sicherte sich nach Meisterschaften in Italien (2019 mit Juventus), England (dreimal mit Manchester City) sowie Deutschland (2023 mit dem FC Bayern) die Trophäe in der vierten Top-5-Liga – als erster Spieler überhaupt.
Über den Pokalsieg mit Real Sociedad San Sebastián konnten sich schon Mitte April zwei frühere Bundesliga-Akteure freuen: Sergio Gómez, der bei Borussia Dortmund den Durchbruch verpasste und anschließend eine starke Entwicklung nahm, war als Linksverteidiger gesetzt. Die frühere Bayern-Leihgabe Álvaro Odriozola war auf der anderen Seite zumeist Ersatz und fehlt aufgrund eines Kreuzbandrisses seit Februar.
Italien – Meister: Inter Mailand
Ähnlich deutlich war das Meisterrennen in Italien. Inter Mailand gewann den 21. Scudetto mit großer Überlegenheit. Dabei mit von der Partie waren gleich sieben ehemalige Bundesliga-Spieler: Stammkeeper Yann Sommer, Abwehrchef Manuel Akanji, Top-Torschütze Marcus Thuram und Mittelfeldstratege Hakan Çalhanoğlu nahmen Schlüsselrollen im Team von Cristian Chivu ein, auch Nationalspieler Yann Bisseck und Henrikh Mkhitaryan kamen regelmäßig zum Einsatz. Ersatztorhüter Josep Martínez, der von 2020 bis 2023 bei RB Leipzig unter Vertrag stand, kam immerhin in vier Partien zum Zug.
Portugal – Meister: FC Porto
Von 2012 bis 2014 stand Luuk de Jong in Deutschland bei Borussia Mönchengladbach unter Vertrag, die erfolgreichste Zeit in seiner Karriere kam erst danach. Mit der PSV Eindhoven gewann der Stürmer fünf Meisterschaften, mit dem FC Sevilla 2020 die Europa League. In dieser Saison kam beim FC Porto der nächste Titel dazu. Groß war der sportliche Einfluss allerdings nicht. Nach einer Innenbandverletzung zu Saisonbeginn und einem Kreuzbandriss im Dezember konnte de Jong nur in fünf Ligaspielen dabei sein. Immerhin erzielte er beim 2:1-Sieg am 4. Spieltag gegen Sporting Lissabon ein wichtiges Tor.
Niederlande – Meister: PSV Eindhoven – Pokalsieger: AZ Alkmaar
Noch größer als der Block an ehemaligen Bundesliga-Spielern bei Inter ist der von der PSV Eindhoven in der Eredivisie – und fast alle nahmen eine wichtige Rolle ein. Leverkusen-Leihgabe Matej Kovar hielt als Nummer eins gemeinsam mit Rechtsverteidiger Kiliann Sildillia in sieben Partien die Null, viel wichtiger für den deutlichen Titelgewinn war aber die Offensive um Ivan Perišić (7 Tore, 10 Vorlagen), den früheren Freiburger Guus Til (13 Tore, 5 Vorlagen), Top-Torschütze Ricardo Pepi (15 Tore), Ex-Bayern-Talent Paul Wanner (3 Tore, 3 Vorlagen) und den ehemaligen Bochum-Stürmer Myron Boadu (3 Tore).
Neuzugang Alassane Pléa, der letzten Sommer nach sieben Jahren in Gladbach für 4,5 Mio. Euro verpflichtet wurde, konnte aufgrund einer langwierigen Knorpelverletzung nur in den ersten beiden Saisonspielen mitwirken.
Bei AZ Alkmaar stand kein ehemaliger Bundesliga-Profi im Kader.
Türkei – Meister: Galatasaray
In der Türkei setzte Galatasaray die Dominanz der letzten Jahre fort und gewann die vierte Meisterschaft in Serie. Grund dafür waren einmal mehr die starken Transferfenster im Sommer und Winter, in denen gleich fünf Spieler mit Bundesliga-Erfahrung verpflichtet wurden. Victor Osimhen, dessen Karriere erst nach dem Abschied vom VfL Wolfsburg so richtig begann, wurde nach der Leihe fest verpflichtet. Gleiches galt für den Ex-Kölner Ismail Jakobs, der aus Monaco kam.
Die größten Überraschungstransfers landete Cimbom mit Leroy Sané und İlkay Gündoğan. Der ablösefrei von Bayern gekommene Sané steuerte in der Liga sieben Tore und fünf Vorlagen bei, der frühere Nürnberg- und Dortmund-Profi Gündoğan gehörte zum erweiterten Stammpersonal und teilte sich die Spielzeit im Mittelfeldzentrum unter anderem mit dem ehemaligen Schalker Kaan Ayhan.
Auch Bayern-Leihgabe Sacha Boey, der im Winter geholt wurde, musste auf der rechten Defensivseite ein direktes Duell mit einem in Deutschland bekannten Profi bestehen. Roland Sallai, von 2018 bis 2024 beim SC Freiburg aktiv, war in der Hinrunde gesetzt und absolvierte über die gesamte Saison die drittmeisten Minuten aller Galatasaray-Spieler. Nur sporadisch zum Einsatz kam das Schalker Eigengewächs Ahmed Kutucu.
Norwegen – Pokalsieger: FK Bodø/Glimt
In der Champions League sorgte FK Bodø/Glimt in diesem Jahr für Furore, der Titel in der Eliteserien wird erst am Jahresende vergeben. Dafür gewannen Jens Petter Hauge und Co. am 9. Mai zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte den norwegischen Pokal. Im Endspiel gegen den SK Brann (7:5 n. E.) lieferte der frühere Frankfurter die Vorlage zum zwischenzeitlichen 3:3 in der Verlängerung.
Neben Hauge, der im Zuge der Erfolge in der Königsklasse zuletzt häufiger im Fokus deutscher Medien stand, gehört auch ein weiterer Ex-Bundesliga-Profi dem Kader an. Außenverteidiger Fredrik Bjørkan absolvierte 2021/22 zehn Partien für Hertha BSC und ist beim norwegischen Top-Klub, der international erst im Achtelfinale der Champions League scheiterte, auf der linken Seite gesetzt.
Dänemark – Meister: Aarhus GF
Die Dominanz des FC Kopenhagen fand in Dänemark in diesem Jahr ein Ende. Stattdessen krönte sich Aarhus GF zum ersten Mal seit 40 Jahren und zum sechsten Mal in der Klubgeschichte zum Meister der Superliga. Mit von der Partie: Köln-Leihgabe Rasmus Carstensen, Wintertransfer Magnus Knudsen von Holstein Kiel, der frühere Werder-Profi Felix Beijmo und der ehemalige U21-Nationalspieler Janni Serra, der in der Meisterrunde zwei Treffer beisteuerte.
Griechenland – Meister: AEK Athen – Pokalsieger: OFI Kreta
Die beste Zeit seiner Karriere hat Luka Jović bereits hinter sich, in der laufenden Saison erinnerte der 28-Jährige aber wieder an seine Phase bei Eintracht Frankfurt, die Real Madrid im Sommer 2019 63 Mio. Euro zahlen ließ. 16 Tore in 24 Spielen steuerte der Serbe auf dem Weg zur Meisterschaft von AEK Athen bei und feierte den 14. Titel der Vereinsgeschichte an der Seite seines früheren SGE-Teamkollegen Mijat Gacinovic sowie Marko Grujić (ehemals Hertha BSC) und Domagoj Vida (ehemals Bayer 04).
Den griechischen Pokal sicherte sich überraschend OFI Kreta um Kapitän Vasilios Lampropoulos, der 2023 ablösefrei nach drei Jahren und 51 Einsätzen vom VfL Bochum gekommen war.
Schweiz – Meister: FC Thun
Tatsächlich nur ein ehemaliger Bundesliga-Profi war Teil des Überraschungsteam vom FC Thun, das in diesem Jahr in der Schweiz als Aufsteiger den ersten Titel der Klubhistorie gewann. Vasilije Janjicic, der von 2016 bis 2019 beim Hamburger SV aktiv war, spielte nur eine untergeordnete Rolle (8 Einsätze). Auch der langjährige Zweit- und Drittliga-Profi Dominik Franke absolvierte nur zehn Partien.
Serbien – Meister: Roter Stern Belgrad
Zwei ehemalige Werder-Profis feierten in Serbien die 15. Meisterschaft von Roter Stern Belgrad. Milos Veljkovic war erst im letzten Sommer von den Grün-Weißen gekommen und etablierte sich als Stammkraft in der Innenverteidigung, Marko Arnautovic steuerte neun Tore und neun Vorlagen bei. Auch der frühere Herthaner Nemanja Radonjic durfte auf dem Weg zum Titel dreimal über einen eigenen Treffer jubeln.
Österreich – Pokalsieger: LASK
In Österreich befindet sich der LASK auf dem besten Weg zum Double, den Pokalsieg haben die Linzer schon sicher. Im Finale gegen den SCR Altach (4:2 n. V.) spielten der frühere Bielefelder George Bello mit seinem 3:2-Führungstreffer in der Verlängerung sowie Ex-Stuttgarter und -Frankfurter Sasa Kalajdzic mit zwei Vorlagen eine große Rolle. Über 120 Minuten auf dem Platz standen zudem Andrés Andrade (ehemals Bielefeld) und Melayro Bogarde (ehemals Hoffenheim).
Polen – Pokalsieger: Górnik Zabrze
Mit 40 Jahren durfte Lukas Podolski mit seinem Jugendklub Górnik Zabrze den ersten Titel seit 1988 feiern. Auf dem Weg zum Pokalsieg spielte der Weltmeister von 2014 sportlich nur eine untergeordnete Rolle, anders als der vom FC Augsburg ausgeliehene Marcel Lubik, Rechtsverteidiger und Ex-Kölner Pawel Olkowski, der langjährige Bundesliga-Profi Roberto Massimo und Lukas Ambros, der 2023 einen einzigen Bundesliga-Einsatz für den VfL Wolfsburg verzeichnete.
Ukraine – Meister: Shakhtar Donetsk
Bei Shakhtar Donetsk stand kein ehemaliger Bundesliga-Profi im Kader.
Kroatien – Meister: Dinamo Zagreb
Zwei ehemalige Bayern-Talente haben in Kroatien Serienmeister Dinamo Zagreb nach dem verlorenen Titel 2025 wieder in die Spur gebracht. Gabriel Vidovic und Matteo Pérez Vinlöf gehörten beide zum Stammpersonal und hatten deutlich mehr Einfluss als der ehemalige Mainzer Ronaël Pierre-Gabriel, der nur einen Kurzeinsatz verbuchte.
Spieler der Saison war aber ohne Zweifel Dion Beljo, der erst im Sommer für 4 Mio. Euro vom FC Augsburg gekommen war und die beste Saison seiner Karriere spielte. 30 Tore und fünf Vorlagen waren es allein in den 34 Ligaspielen. Im Pokalfinale gegen HNK Rijeka am 13. Mai kann der Stürmer seinen Klub dann zum Double schießen.
Wales – Meister: The New Saints
Bei The New Saints stand kein ehemaliger Bundesliga-Profi im Kader.
Ungarn – Pokalsieger: Ferencvárosi TC
Beim Rückblick auf seine Zeit in Deutschland würde Naby Keïta wahrscheinlich gerne das Kapitel Werder Bremen ausklammern und sich auf die zwei Jahre bei RB Leipzig beschränken. Immerhin ging es für den Mittelfeldspieler nach dem Abschied von den Grün-Weißen wieder aufwärts, beim Ferencvárosi TC gehörte er zu Saisonbeginn zum Stammpersonal. Im ungarischen Pokal kam er zwar nicht zum Einsatz, darf sich nach dem Sieg gegen Zalaegerszegi TE FC (1:0) am 9. Mai aber offiziell als Titelträger bezeichnen – seine zweite Trophäe in Ungarn nach der Meisterschaft im Vorjahr.
Slowakei – Meister: Slovan Bratislava – Pokalsieger MSK Zilina
Wer in der Slowakei Titel gewinnen möchte, muss zu Slovan Bratislava (achtmal Meister in Folge) wechseln. Das tat Ex-Köln- und -Hannover-Profi Kevin Wimmer 2023 und der frühere Nürnberger Robert Mak ein Jahr später. Beide standen auch in der laufenden Saison regelmäßig auf dem Platz, Mak steuerte zudem fünf Scorer bei.
Beim MSK Zilina stand kein ehemaliger Bundesliga-Profi im Kader.
Bulgarien – Meister: Levski Sofia
Bei Levski Sofia stand kein ehemaliger Bundesliga-Profi im Kader.
Slowenien – Meister: NK Celje
Beim NK Celje stand kein ehemaliger Bundesliga-Profi im Kader.
Bosnien-Herzegowina – Meister: FK Borac Banja Luka
Bei Borussia Dortmund und dem 1.FC Köln erlebte Milos Jojic Champions- und Europa-League-Zeiten, mittlerweile ist er in Bosnien-Herzegowina beim FK Borac Banja Luka angekommen. Als Stammspieler führte der 34-Jährige den Klub zum dritten Meistertitel in den letzten fünf Jahren.
Zypern – Meister: Omonia Nikosia
Viel herumgekommen in der Fußballwelt ist Stevan Jovetić. Nach Stationen in sieben verschiedenen Ländern, darunter zwei Jahre bei Hertha BSC (2021-2023) schloss sich der Stürmer 2024 Omonia Nikosia an und gewann im zweiten Jahr die Meisterschaft. Mit vier Toren und fünf Vorlagen in 24 Spielen hatte er daran auch einen ordentlichen Anteil.
Kosovo – Meister: FC Drita
Beim FC Drita stand kein ehemaliger Bundesliga-Profi im Kader.
Nordirland – Meister: Larne FC – Pokalsieger: Coleraine FC
Weder beim Larne FC noch beim Coleraine FC stand ein ehemaliger Bundesliga-Profi im Kader.
Moldawien – Meister: FC Petrocub Hincesti
Beim FC Petrocub Hincesti stand kein ehemaliger Bundesliga-Profi im Kader.
Gibraltar – Meister und Pokalsieger: Lincoln Red Imps FC
Beim Lincoln Red Imps FC stand kein ehemaliger Bundesliga-Profi im Kader.
San Marino – Meister: Tre Fiori FC
Beim Tre Fiori FC stand kein ehemaliger Bundesliga-Profi im Kader.



