HSV-Sportdirektor

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Dass der Hamburger SV schon vor dem Saisonende den Klassenerhalt eingetütet hat, ist für Claus Costa, Direktor Profifußball der Rothosen, eine emotional große Erleichterung. In Sachen Kaderplanung, die für ihn jetzt ansteht, und mit dem Blick auf den Transfermarkt schätzt er den Vorteil aber als „gering“ ein. „Wir reden von maximal zwei Wochen. Fiktives Beispiel: Wenn wir mit dem VfL Wolfsburg um einen Spieler konkurrieren würden, wird dieser vermutlich noch abwarten, wie dort die Saison ausgeht, ehe er uns zusagt“, sagte der 41-Jährige im Interview mit dem „Hamburger Abendblatt“.
Externe Neuzugänge gibt es beim HSV nach aktuellem Stand noch nicht, zunächst will Costa aber, wie er sagte, die „Aufgaben“ im Kader der Saison 2025/26 bewältigen. Elf Spielerverträge laufen bei den Hanseaten aus – so viele wie bei keinem anderen aktuellen Bundesligisten. Darunter sind die Leihspieler Luka Vuskovic (18), der sich im Volkspark bereits emotional verabschiedet hat, Fábio Vieira (25), Giorgi Gocholeishvili (25), Philip Otele (27), Damion Downs (21) und Albert Grønbæk (24) oder der Leistungsträger Daniel Heuer Fernandes (33) sowie Ransford Königsdörffer (24).
„Der größte Vorteil ist, dass wir von einer zweigleisigen auf eine eingleisige Planung wechseln konnten, weil bestimmte Spieler nur im Fall Bundesliga zu uns kommen würden und wir uns auf diese Spieler konzentrieren können“, meinte Costa aber auch. In der Transfermarkt-Gerüchteküche wurden zuletzt unter anderem Dynamos Mittelfeldtalent Kofi Amoako (21), der von Hoffenheim nach Heidenheim verliehene Linksverteidiger Hennes Behrens (21) oder Stürmer Noel Futkeu (23), der zunächst von Fürth nach Frankfurt zurückkehrt, mit den Rothosen in Verbindung gebracht. Zu allen HSV-Gerüchten.
Costa verwies darauf, dass es auch im vergangenen Jahr, wo Top-Spieler wie Vuskovic und Vieira erst Ende August kamen, frühzeitige Transfers gab: Jordan Torunarigha (28), Rayan Philippe (25) und Nicolai Remberg (25) etwa. „Natürlich wären wir gerne früh fertig und hätten zum Trainingsstart gerne den Kader komplett. Aber das ist nicht die Realität. Am Ende ist es ein Riesenpuzzle, das vor einem Jahr besonders groß war. Dafür, dass so viele Variablen dabei waren, haben wir es aus meiner Sicht sehr gut hinbekommen.“

Costa lobt HSV-Star Vuskovic und plant mit dessen Bruder
Vuskovic, der bei Transfermarkt derzeit zur Wahl zum Spieler der Saison steht und mit sechs Treffern neben Vieira bester Torschütze ist, gleichwertig zu ersetzen, sei „unmöglich (…), auch wenn wir auch ohne ihn Spiele erfolgreich bestritten haben.“ Der kroatische Nationalspieler wird vorerst zu Tottenham Hotspur zurückkehren, das im Gegensatz zum HSV den Klassenerhalt noch nicht sicher hat. „Luka ist ein außergewöhnlicher Spieler, aber auch eine außergewöhnliche Persönlichkeit. Er hat mit 18 Jahren Dinge in der Kabine vorgelebt, die man normalerweise von einem 28-Jährigen erwartet. Dazu kam die Verbindung und die Geschichte rund um den Namen und die Familie Vuskovic. Jeder hat sich auf ihn gefreut. Diese emotionale Erwartungshaltung kann nur Mario erfüllen, aber kein anderer.“
Mario Vuskovic ist quasi der einzige Neuzugang, der beim HSV schon feststeht. Der 24-Jährige kehrt Mitte November von seiner Dopingsperre zurück, stand zuletzt vor rund dreieinhalb Jahren auf dem Feld. „Mario hat einen festen Platz in unseren Gedankengängen“, bestätigte Costa, warnte aber zugleich vor zu hohen Erwartungen an den Abwehrspieler: „Natürlich wissen wir nicht, in welcher Verfassung er zurückkommt. Ich kenne keine Vergleichsfälle, aus denen man Rückschlüsse ziehen kann. Wir können den Tag aber kaum erwarten, an dem er wieder trainieren und spielen kann. Da er aber erst Ende des Jahres wieder einsatzfähig ist, können wir die Kaderplanung nicht nach ihm ausrichten. Das wäre naiv.“
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