Berlin. Noch hat sich die Rentenkommission nicht darauf geeinigt, wie sich das Renteneintrittsalter künftig entwickeln soll. Doch die Tendenz ist bereits klar: Die Deutschen sollen perspektivisch später in den Ruhestand gehen. So soll die Rentenkasse geschont werden – und vor allem der Bundeshaushalt, der schon jetzt jährlich 100 Milliarden Euro zuschießen muss.
Gewerkschaften warnen bereits vor drohendem „Rentenklau“. Ein höheres gesetzliches Renteneintrittsalter „bedeutet eine Rentenkürzung“, sagt etwa IG-Metall-Sozialvorstand Hans-Jürgen Urban. Die würde insbesondere die junge Generation mit Abschlägen bei der Rente bezahlen müssen. Verdi-Chef Frank Werneke spricht von „einer Zumutung“, die „faktisch zu einer zusätzlichen Rentenkürzung führen würde“.
Im Prinzip ist das auch die Haltung der SPD: „Keine Erhöhung des Renteneintrittsalters“, lautet der geltende Beschluss des Parteipräsidiums. Führende Sozialdemokraten wie Partei-Co-Chefin Bärbel Bas hatten jedoch bereits Bereitschaft signalisiert, diese harte Linie aufzuweichen.
Das wirft die Frage auf: Darf der Staat einmal erworbene Rentenansprüche überhaupt kürzen? Darf er Bürgern das Recht nehmen, zu den bisher geltenden Bedingungen in Rente zu gehen?



