Es geht um 767.000 Euro: Anklage gegen Rudi Assauers (†74) Tochter erhoben
Die Staatsanwaltschaft Essen wirft einem Bericht zufolge Rudi Assauers (†74) Tochter, Bettina Michel, banden- und gewerbsmäßigen Betrug sowie Abgabe der falschen Versicherung an Eides statt vor.
Es sind schwere Vorwürfe, die die Staatsanwaltschaft Essen gegen Rudi Assauers (†74) Tochter Bettina Michel und ihre mutmaßlichen Komplizen – die ehemalige Privatsekretärin Sabine Söldner, einen inzwischen verstorbenen Arzt sowie einen Fußballtrainer – einem Bericht von „FOCUS online” zufolge auf 22 Seiten Anklageschrift erhebt: banden- und gewerbsmäßiger Betrug sowie Abgabe der falschen Versicherung an Eides statt. Insgesamt sollen Bettina Michel und ihre drei mutmaßlichen Komplizen ihren damals an Alzheimer erkrankten Vater ab Januar 2012 durch Immobilienverkäufe um 767.000 Euro gebracht haben.
Rudi Assauer war an Alzheimer erkrankt
„FOCUS online” berichtet, dass Sabine Söldner am 17. Januar mithilfe des Arztes eine notarielle Generalvollmacht für Rudi Assauer erlangt habe, dieser sei zu dem Zeitpunkt der Staatsanwaltschaft zufolge aber nicht mehr geschäftsfähig gewesen. Das Dokument habe daher keine Gültigkeit besessen. Mithilfe der Vollmacht sollen die Angeklagten dennoch die Kontrolle über Konten und Immobilien des Fußball-Stars erlangt und ab Sommer 2015 begonnen haben, die Objekte zu veräußern.
Mandantinnen werden sich „zu den Vorwürfen selbst nicht zum jetzigen Zeitpunkt, sondern gegebenenfalls in der Hauptverhandlung erklären”
Die Verteidiger von Söldner und Michel erklärten „FOCUS online” zufolge auf Anfrage: „Unsere Mandantinnen sind besorgt, insbesondere weil nun durch eine öffentliche Hauptverhandlung Details aus dem Familienleben nach außen getragen werden.“ Burkard Benecken und sein Kollege Hans Reinhardt teilten weiter mit: „Wäre der Verstorbene nicht Rudi Assauer, wären nach unserer Auffassung niemals derart umfangreiche Ermittlungen angestellt worden. Nunmehr müssen sich unsere Mandantinnen für Vorwürfe verantworten, die teilweise weit über 10 Jahre zurückliegen.“ Bettina Michel befürchte zudem, „dass auch das Ansehen ihres prominenten Vaters im Nachhinein Schaden nehmen könnte“. Ihre Mandantinnen werden sich „zu den Vorwürfen selbst nicht zum jetzigen Zeitpunkt, sondern gegebenenfalls in der Hauptverhandlung erklären”, heißt es weiter und dass „hier vieles erheblich heißer gekocht wird als es tatsächlich war.”



