Die Zahl der Straftaten gegen obdachlose Menschen in Deutschland ist 2025 um fast 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linken hervor, wie die »Rheinische Post« berichtete. Demnach kam es 2025 zu insgesamt 2563 Straftaten gegen Obdachlose. In den beiden Vorjahren seien es jeweils knapp 2200 gewesen.
Mehr als 2000 Fälle hätten sich im vergangenen Jahr gegen obdachlose Männer gerichtet, in gut 500 Fällen waren Frauen betroffen. Am häufigsten wurden Obdachlose in Berlin (592 Fälle) zu Opfern, gefolgt von Bayern (492 Fälle) und Nordrhein-Westfalen (310 Fälle).
Betroffene zeigen Übergriffe oft nicht an
»Wir erleben auf unseren Straßen derzeit eine beispiellose Gewalteskalation gegen wohnungslose Menschen«, sagte die Linken-Bundestagsabgeordnete Sahra Mirow der »Rheinischen Post«. »Die mehr als 2500 polizeilich erfassten Straftaten bilden dabei nur die Spitze des Eisbergs. Aufgrund einer geringen Anzeigebereitschaft der Betroffenen sowie ungenauer Erfassungskriterien und Definitionen aufseiten der Behörden ist von einer erheblichen Dunkelziffer und weitaus höheren Fallzahlen auszugehen.«



