Bundesregierung: Wo Merz im ersten Jahr geliefert hat – und wo nicht
Zwölf Monate Merz: Am Ende stehen vor allem schlechte Umfragewerte und Streitereien. Foto: Dpa/Picture Alliance (9), Reuters (2), AP
Berlin, Munster. Friedrich Merz (CDU) und Lars Klingbeil (SPD) tragen Flecktarn, der Finanzminister dazu eine lässige Pilotenbrille, und lassen sich in der Heide zustauben. Es sind Bilder, die nach den öffentlichen Streitereien Einigkeit demonstrieren sollen: der Kanzler und sein Vize gemeinsam auf dem Truppenübungsplatz in Munster, wo das Heer seine Leistungsfähigkeit zur Schau stellt.
Doch ganz so synchron und abgestimmt läuft der Auftritt am vergangenen Donnerstag nicht ab. Anfangs muss Klingbeil auf den Kanzler warten. Später hat sich der Finanzminister schon zum Plausch mit Soldatinnen und Soldaten hingesetzt, als er erneut ins Zelt zurückgepfiffen wird: Merz spricht noch. Und Fragen der Journalisten lassen die beiden auch nicht zu. Nichts soll den Eindruck der Einigkeit trüben.
In der Kritik steht auch die Kommunikation des Kanzlers. Zu viele Ankündigungen, die er nicht halten konnte, was nun die zarten Erfolge der Regierung verdeckt. Mit markigen Sprüchen provoziere Merz auch immer wieder den eigenen Koalitionspartner, sagt der Tübinger Rhetorikexperte Joachim Knape dem Handelsblatt. Das wiederum verstärke die Streitereien und das schlechte Bild in der Öffentlichkeit.
Das Handelsblatt analysiert sieben wichtige Aussagen von Merz aus seinem ersten Jahr als Kanzler. Was lösten seine Worte aus? Hat er seine Ankündigungen am Ende gehalten? Und was steht der Koalition noch an Arbeit und Streit bevor?



