KI: Anthropic greift Softwareanbieter mit neuen KI-Finanzagenten an
Anthropic-Logo auf einem Display: Das Start-up hat in New York zehn neue KI-Agenten vorgestellt. Foto: picture alliance / NurPhoto
San Francisco. Der Schauplatz für Anthropics jüngste Produktoffensive war bewusst gewählt: Im Herzen von Manhattan präsentierte das Unternehmen am Dienstag zehn neuartige KI-Agenten für Kunden aus der Finanzbranche, die weit über die Fähigkeiten einfacher Chatbots hinausgehen.
Die auf der Künstlichen Intelligenz (KI) Claude aufbauenden Systeme sind darauf ausgelegt, komplexe Arbeitsabläufe wie die Erstellung von Präsentationsunterlagen, die Bilanzprüfung oder das Verfassen von Kreditberichten weitgehend autonom zu erledigen.
Die Finanzmärkte reagierten am Dienstag unmittelbar auf die Ankündigung. Die Aktien des Softwareanbieters FactSet Research Systems fielen nach der Ankündigung um bis zu 8,1 Prozent, während Morningstar Verluste von mehr als drei Prozent hinnehmen musste.
Auch die Papiere von S&P Global und Moody’s gerieten unter Verkaufsdruck. Analysten werten dies als Signal, dass die Dominanz klassischer Software-as-a-Service-Anbieter (SaaS) im Finanzwesen durch generative Intelligenz fundamental infrage gestellt wird.
Strategische Allianz mit der Wall Street
Um die Verbreitung zu beschleunigen, setzt Anthropic offenbar auf eine enge Verzahnung mit Branchengrößen. Auf einer Veranstaltung in New York trat Chef und Mitgründer Dario Amodei gemeinsam mit JP-Morgan-Chef Jamie Dimon auf. Dimon betonte, dass seine Bank bereits hunderte Anwendungsfälle für KI implementiert habe – von der Betrugserkennung bis hin zum Dokumenten-Review. „Wir stehen erst am Anfang“, sagte Dimon laut Medienberichten.



