Schwere Regenfälle haben in der russischen Teilrepublik Dagestan im Nordkaukasus eine Flutkatastrophe ausgelöst. An einem Stausee in der Region Derbent brach eine Mauer. Mehr als 4000 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden, wie das russische Zivilschutzministerium mitteilte. Etwa 2000 Häuser seien überschwemmt worden.
Laut der Nachrichtenagentur AFP sind inzwischen fünf Todesopfer geborgen worden, es gibt noch Vermisste. Vier Menschen, drei von ihnen Kinder, starben, als zwei Fahrzeuge von den Wassermassen fortgerissen wurden, wie das russische Ermittlungskomitee mitteilte. Ein weiterer Mensch starb dem Katastrophenschutzministerium zufolge durch einen Erdrutsch.
Überschwemmungen gab es auch in der Hauptstadt Machatschkala – das örtliche Nachrichtenportal »Golos Dagestana« (auf Deutsch: Die Stimme Dagestans) berichtete, dass dort Wohnhäuser einsturzgefährdet seien. Auf Videos in sozialen Netzwerken war zu sehen, wie ganze Gebäude in den Fluten versanken. Auch eine Brücke stürzte demnach ein auf der Trasse »Kawkas«, die von strategischer Bedeutung für die Region ist.
Zur Überwachung der Lage seien Hubschrauber im Einsatz, hieß es. Die Behörden richteten Notunterkünfte ein. »Laut Vorhersage wird es in der Region weiterhin regnen; in einigen Gebieten sind Regengüsse und Windböen (…) zu erwarten«, teilte das Ministerium weiter mit. »Es besteht weiterhin die Gefahr von Erdrutschen, Steinschlag und Schlammlawinen.«
Ausnahmezustand in mehreren Regionen
Die heftigen Regenfälle machen den Menschen im Nordkaukasus schon seit Ende März zu schaffen. Eine Überflutung von Umspannwerken führte zu Stromausfällen in fast zwanzig Bezirken Dagestans. Die Behörden der Republik verhängten den Ausnahmezustand unter anderem in Machatschkala, Chassawjurt, Kaspijsk und in der Region Derbent.



