Der Sporthype hält offenbar der Wirtschaftskrise stand: Der Sportartikelhersteller Decathlon hat im vergangenen Jahr sein Wachstum mit 18 neuen Filialen in Deutschland beschleunigt. Das Geschäft sei im vergangenen Jahr um 8,8 Prozent gewachsen, teilt das Unternehmen mit. 2024 waren es noch 2,1 Prozent. Der Gesamtumsatz liegt bei etwa 1,27 Milliarden Euro.
Der Sportfachmarkt in Deutschland ist milliardenschwer und hart umkämpft. Platzhirsch ist Intersport, gefolgt von Sport 2000. Decathlon versucht, mit seinem Expansionskurs den beiden Händlerverbünden Marktanteile abzuringen. Die Strategie drückt den Gewinn: Das operative Ergebnis (Ebit) stieg zwar um gut 2,9 Prozent auf 28,1 Millionen Euro. 2023 hatte Decathlon aber noch einen Gewinn von mehr als 38 Millionen Euro ausgewiesen. Zum Nettoergebnis macht die Handelskette keine Angaben.
Auch im kommenden Jahr plant Decathlon neue Geschäfte – und verändert die Strategie. Die Firma setzte in der Vergangenheit häufig auf große Läden außerhalb der Stadtzentren mit breiter Produktpalette. Nun sollen kleinere Geschäfte mit weniger Angebot in Einkaufszentren und Fußgängerzonen eröffnen. Für 2026 sind 25 Neueröffnungen geplant, zum Beispiel in Oberhausen, Saarbrücken, Leverkusen und Trier.
In den Filialen verdient der Sportartikelhersteller deutlich mehr Geld als im Internet. Rund 74 Prozent des Umsatzes wurden 2025 in Geschäften erwirtschaftet. Ein besonders gutes Geschäft macht Decathlon nach eigenen Angaben mit Radfahrerinnen, Läufern und denen, die es werden wollen. Ziel des Unternehmens sind 150 Geschäfte in Deutschland bis 2027. Decathlon hatte die Expansionspläne vor rund eineinhalb Jahren angekündigt.



