Rüstungsexperte warnt: KI verändert Kriegsführung grundlegend
Der Chef der europäischen Innovationsagentur Jedi sieht die USA durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Iran-Konflikt im Vorteil. Europa müsse technologisch aufholen – mit besseren Investitionen statt Aktionismus.
Die Vereinigten Staaten nutzen im Iran-Konflikt erstmals Künstliche Intelligenz in großem Maßstab. Das System "Maven" von Palantir ermöglicht es der US-Armee, deutlich schneller zu agieren. André Loesekrug-Pietri, Leiter der europäischen Innovationsagentur Jedi, sieht darin einen grundlegenden Wandel der modernen Kriegsführung: Tempo entscheide über Erfolg oder Misserfolg.
Der deutsch-französische Rüstungsmanager kritisiert allerdings, dass Europa seine Gelder häufig in die falschen Projekte steckt. Massive Panzerbeschaffungen seien in einem Zeitalter der Drohnen überholt – auch Europas Gemeinschaftsprojekt "Eurodrohne" komme viel zu spät und zu teuer auf den Markt. Loesekrug-Pietri plädiert für einen politischen Neustart: Statt etablierte Konzepte fortzuschreiben, brauche es den Mut, unrentable Programme zu beenden.
Strategisch unabhängig von Washington und Peking zu werden, sei nur möglich, wenn europäische Staaten gemeinsame KI-Systeme und Datenräume aufbauten, fordert der Experte. Ohne diese Umstrukturierung werde Europa technologisch den Anschluss verlieren.