Iran-Krieg: Hegseth verteidigt horrende Kosten und bestreitet Engpässe bei der Munition

Iran-Krieg: Hegseth verteidigt horrende Kosten und bestreitet Engpässe bei der Munition

Seit dem 28. Februar tobt der Irankrieg. Zuletzt galt zwar eine brüchige Waffenruhe. Doch die Kosten steigen immer weiter, solange Zehntausende US-Soldatinnen und Soldaten in der Region im Einsatz sind. Dazu ist weiter offen, welche Auswirkungen die Mission im Nahen Osten auf die Verteidigungsfähigkeit der USA haben könnte.

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat in diesem Zusammenhang Spekulationen über stark aufgezehrte Munitions- und Raketenvorräte des US-Militärs heruntergespielt. »Wir wissen genau, was wir haben. Wir verfügen über reichlich von dem, was wir brauchen«, sagte er in einem Ausschuss des US-Repräsentantenhauses. Die Debatte um die Vorräte sei »törichterweise und wenig hilfreich übertrieben« worden, führte Hegseth weiter aus.

Generalstabschef Dan Caine betonte, dass ihm die Regionalkommandos des US-Militärs ausreichende Munitionsvorräte für die derzeitigen Missionen melden würden.

Am Wochenende hatte US-Senator Mark Kelly erklärt, die Munitions- und Raketenvorräte des US-Militärs seien stark aufgezehrt. Es sei »schockierend, wie stark wir diese Bestände aufgebraucht haben«, sagte er in der CBS-Sendung »Face The Nation«. Es werde Jahre dauern, um diese Bestände wieder aufzubauen (mehr dazu hier).

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Als Mitglied des Streitkräfteausschusses hatte das Pentagon den demokratischen Senator aus Arizona über bestimmte Munitionsarten informiert. Nach Kellys Aussage gehörten dazu etwa Angaben zu Raketen der Typen Tomahawk, ATACMS, SM-3 oder für Patriots. Der Senator warnte, die USA könnten im Falle eines längeren Angriffs nicht in der Lage sein, ihr Land zu verteidigen.

Horrende Summen für Einsatz ausgegeben

Derweil steigen die Kosten für die Iranmission mit jedem Tag des Kriegs. Das US-Verteidigungsministerium beziffert diese inzwischen auf 29 Milliarden US-Dollar (rund 25 Milliarden Euro). Pentagon-Finanzchef Jules Hurst nannte diese Summe am Dienstag bei einer Haushaltsanhörung im Kongress. Das sind rund vier Milliarden Dollar mehr als Ende April von Verteidigungsminister Pete Hegseth angegeben.

Hurst sagte bei der Anhörung, an der auch Hegseth und Generalstabschef Dan Caine teilnahmen, das Pentagon habe die Kosten am 29. April noch auf 25 Milliarden Dollar geschätzt. Durch aktualisierte »Kosten für die Reparatur und den Ersatz von Ausrüstung« liegen sie nun aber eher bei 29 Milliarden Dollar. Inoffiziellen Schätzungen zufolge könnten die Gesamtkosten noch deutlich höher liegen.

Hegseth hat für das kommende Jahr die Rekord-Haushaltssumme von 1,5 Billionen Dollar für sein Ministerium veranschlagt. Das sind rund 50 Prozent mehr als im laufenden Jahr. Das Pentagon begründet den Anstieg unter anderem mit der von Präsident Donald Trump angekündigten »Goldenen Flotte« moderner US-Kriegsschiffe und den kostspieligen Plänen für einen Raketenabwehrschirm namens »Golden Dome« (mehr Infos hier).

Haushaltsentscheidungen bedürfen der Zustimmung des Kongresses. Auch in den Reihen von Trumps Republikanern gibt es Skepsis, ob sich den Wählern ein so deutlicher Anstieg des Militärbudgets vermitteln lässt. Im November finden die Zwischenwahlen zum Kongress statt, die als wichtiger Stimmungstest für Trump gelten. Laut Umfragen ist die Zustimmung unter anderem durch den Irankrieg gesunken (mehr dazu hier).

Angriff mit gechartertem Fischerboot?

Irans Revolutionswächter haben eine zu Kuwait gehörende Insel nach Darstellung des Golfstaats angegriffen. Sechs bewaffnete Männer hätten sich der kuwaitischen Insel Bubijan im Auftrag der Revolutionswächter vor rund zwei Wochen mit einem Fischerboot genähert, teilte das Innenministerium heute mit. Zwei davon seien bei einem Schusswechsel mit Sicherheitskräften geflohen, die vier weiteren Männer seien festgenommen worden. Teheran wies die Vorwürfe zurück.

Die unbewohnte Insel Bubijan liegt im Norden Kuwaits an der Grenze zum Irak und zugleich nur wenige Kilometer von Iran entfernt. China baut auf der Insel als Teil seiner Initiative »Neue Seidenstraße« einen großen Hafen. Bubijan und weitere Inseln sollen für Handel und Tourismus ausgebaut werden.

Die vier Festgenommenen hätten gestanden, den iranischen Revolutionswächtern (IRGC) anzugehören und in deren Auftrag gehandelt zu haben, hieß es der Staatsagentur Kuna zufolge. Das Fischerboot sei gechartert worden, um »feindliche Handlungen« gegen Kuwait durchzuführen.

Kuwait bestellte in Folge den iranischen Botschafter ein, um eine Protestnote zu überreichen. Iran wies nach Angaben des staatlichen Rundfunks die Behauptungen zurück.

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