Kuba veröffentlicht Handbuch für Kriegsfall und erntet Kritik im Netz

Kuba veröffentlicht Handbuch für Kriegsfall und erntet Kritik im Netz
Straßenszene in Havanna (am 22. April)
Straßenszene in Havanna (am 22. April)

Straßenszene in Havanna (am 22. April)


Foto: Ramon Espinosa / AP / dpa

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Die diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern sind stark angespannt, die USA haben scharfe Sanktionen gegen den Inselstaat verhängt. Und dort wächst auch die Sorge vor einem möglichen militärischen Übergriff der Vereinigten Staaten.

Angesichts dieser Spannungen hat der kubanische Zivilschutz ein Handbuch mit Richtlinien für die Bevölkerung im Falle einer militärischen Aggression veröffentlicht . Der »Leitfaden für Familien zum Schutz vor einem militärischen Angriff« empfiehlt, einen Rucksack mit Lebensmitteln und Medikamenten bereitzuhalten sowie sich bei Luftalarm sofort an einen sicheren Ort zu begeben.

»Mit demselben Eifer und derselben Disziplin, mit denen wir uns auf die Bewältigung von Katastrophen vorbereitet haben, müssen wir uns darauf vorbereiten, Leben zu schützen, falls der Feind uns militärisch angreift«, heißt es in der Einleitung. Bei einem Angriff werde sich die sozialistische Karibikinsel zwar entschlossen verteidigen. Ein Großteil der Bevölkerung, darunter Kinder und ältere Menschen, würde jedoch nicht an den möglichen Kämpfen teilnehmen und müsste deshalb gemäß den Richtlinien geschützt werden.

Das neunseitige Dokument ist digital auf einigen offiziellen Seiten wie dem Bürgerportal der Stadt Havanna zu finden. Andere Regierungsstellen sollen den Text dagegen nach der Veröffentlichung wieder zurückgezogen haben, wie das Nachrichtenportal »14yMedio« berichtete.

In Kommentaren unter Facebook-Posts kubanischer Nachrichtenseiten wie »Venceremos« über den Leitfaden äußerten viele Kritik. »Ach wirklich, und woher sollen wir denn die Sachen für den Rucksack nehmen, wenn man derzeit nicht im Krieg ist und bereits jetzt absolut nichts hat?«, schrieb eine Frau. »Unverderbliche Lebensmittel! Ist das ein Witz?«, hieß es in einem weiteren Kommentar.

Die Kubaner leiden unter Mangelwirtschaft und stundenlangen Stromausfällen. In der Hauptstadt Havanna gibt es teilweise bis zu 22 Stunden täglich keinen Strom. Die wenigen verfügbaren Lebensmittel verderben im Kühlschrank.

Zuletzt kam der CIA-Chef nach Havanna

Kuba steckt seit Jahren in einer schweren Wirtschafts- und Energiekrise, die sich in den vergangenen Monaten durch eine Reihe von Strafmaßnahmen der USA weiter verschärft hat. Die kubanische Regierung macht dafür das seit mehr als 60 Jahren geltende Handelsembargo der Vereinigten Staaten sowie das von der Regierung von US-Präsident Donald Trump im Dezember verhängte Ölembargo verantwortlich.

In Havanna hatten zuletzt Gespräche zwischen den USA und der sozialistischen Regierung stattgefunden (mehr dazu hier). Eine US-Delegation unter der Leitung von CIA-Direktor John Ratcliffe traf sich am vergangenen Donnerstag mit dem kubanischen Innenministerium, wie die Regierung des Inselstaats mitteilte. Später bestätigten auch US-Beamte das Treffen.

Ratcliffe traf sich nach Angaben der Nachrichtenagentur AP mit Raúl Guillermo Rodríguez Castro, Innenminister Lázaro Álvarez Casas und dem Chef des kubanischen Geheimdienstes. Im Mittelpunkt der Gespräche standen die Zusammenarbeit der Geheimdienste, die wirtschaftliche Stabilität und Sicherheitsfragen.

»Wenn wir Glück haben, bringt ein Freund vom Feld ein Hühnchen«: Kuba steckt in einer existenziellen Krise, der US-Präsident will sich die Karibikinsel »nehmen«. Und die Menschen? Viele flüchten lieber, als zu revoltieren. Mehr lesen Sie hier in einer Reportage aus Havanna. 

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