Medikamente ohne Rezept! Das bedeutet die neue Apothekenreform für SIE

Medikamente ohne Rezept! Das bedeutet die neue Apothekenreform für SIE

Beschlossen: Rezeptpflichtige Medikamente ohne Rezept!

Wer sie ab jetzt bekommt und was die Apothekenreform noch für Sie bedeutet

In der Apotheke soll sich für Patienten einiges ändern

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Berlin – Jetzt ist es offiziell: Der Bundestag hat die Apothekenreform von Gesundheitsministerin Nina Warken (47, CDU) beschlossen. Mit dem neuen Gesetz kommen weitreichende Änderungen auf Patienten und Apotheken zu. Künftig sollen bestimmte Medikamente auch ohne Rezept erhältlich sein, Apotheken mehr Impfungen übernehmen und Gesundheitschecks anbieten dürfen.

BILD macht den Check: Das bedeutet die Apothekenreform für Sie.

Medikamente ohne Rezept

Patienten können in bestimmten Fällen ein rezeptpflichtiges Medikament bekommen, auch wenn sie kein Rezept vorlegen. Für chronisch Kranke soll gelten: Wer ein Medikament bereits über mindestens drei Quartale verschrieben bekommen hat, soll einmalig die kleinste Packung direkt in der Apotheke erhalten können. Als Nachweis sollen Daten aus der elektronischen Patientenakte dienen. Möglich wären laut Gesetzesbegründung aber auch Medikationspläne, Arztbriefe oder Daten aus dem Kundensystem einer Apotheke. Patienten müssen das Medikament dann selbst bezahlen.

Apotheker sollen auch bei akuten Krankheiten helfen dürfen

Apotheker sollen bei bestimmten akuten Erkrankungen Medikamente direkt herausgeben dürfen – ebenfalls ohne Rezept. Welche Krankheiten darunterfallen, soll später per Verordnung geregelt werden. Im Gesetz steht aber bereits:

  • nur unkomplizierte akute Erkrankungen,
  • keine Antibiotika, die im ganzen Körper wirken,
  • keine Medikamente mit hohem Missbrauchsrisiko.

Mehr Impfungen und Vorsorge

Apotheker dürfen künftig deutlich mehr Impfungen übernehmen, z.B. gegen Tetanus oder Hepatitis. Auch soll es mehr Vorsorgeangebote geben: u.a. Herz-Kreislauf-Checks, Blutdruck messen, Diabetes-Vorsorge.

Mehr Schnelltests

Apotheken sollen künftig mehr Schnelltests durchführen dürfen. Genannt werden: Influenza, RSV, Norovirus, Rotavirus, Adenoviren.

Kritik

Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände findet es gut, mehr Leistungen anbieten zu können – mahnt aber, dass nur wirtschaftlich gesunde Betriebe sie erbringen könnten. Die Apotheker fordern eine bessere Bezahlung. Ärzte kritisieren, dass Apotheker Aufgaben übernehmen, für die sie nicht qualifiziert sind.

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