RONZHEIMER-Podcast: Warum China kaum Interesse am Ende des Ukraine-Kriegs hat

RONZHEIMER-Podcast: Warum China kaum Interesse am Ende des Ukraine-Kriegs hat

RONZHEIMER-Podcast mit Außenpolitik-Experte: Warum China kaum Interesse am Ende des Ukraine-Kriegs hat

US-Präsident Donald Trump (79) und China-Machthaber Xi Jinping (72) trafen sich am Donnerstag in Südkorea. Trump prahlte anschließend, die beiden Staatsmänner hätten auch besprochen, wie sie den Ukraine-Krieg beenden können. Xi Jinping schwieg bislang zu dem Thema

US-Präsident Donald Trump (79) und China-Machthaber Xi Jinping (72) trafen sich am Donnerstag in Südkorea. Trump prahlte anschließend, die beiden Staatsmänner hätten auch besprochen, wie sie den Ukraine-Krieg beenden können. Xi Jinping schwieg bislang zu dem Thema

Berlin – „Wir haben miteinander besprochen, wie wir diesen Krieg beenden können“, verkündete US-Präsident Donald Trump (79) nach seinem Treffen mit China-Machthaber Xi Jinping (72). China und die USA würden zusammenarbeiten – gegen Kreml-Machthaber Wladimir Putin (73).

Dabei steht China bislang vorrangig an der Seite Russlands. Das Land ist immer noch wichtigster Abnehmer von russischem Gas. Bis auf vage Aufrufe zu Friedensverhandlungen gab es keinerlei Kritik seitens China an Putin.

Kann jetzt also tatsächlich die Wende kommen?

Die Auswirkungen – sollte sich China tatsächlich von Russland abwenden – könnten drastisch sein, analysiert Politik-Experte und Top-Republikaner-Berater Peter Rough (Hudson Institute) im Podcast von BILD-Vize Paul Ronzheimer.

Ohne China könnte Putin den Krieg nicht wie bisher weiterführen, so Rough. Gemeint ist: Russlands offensiver und aggressiver Kampfstil. „Das wäre ohne chinesische Unterstützung aus meiner Sicht nicht machbar, nicht möglich. Es müsste eine Feuerpause geben.“

Ob es dazu wirklich kommt? Rough ist skeptisch.

Denn klar ist: China verfolgt ganz eigene Interessen, analysiert der Experte.

▶︎ Zum einen wolle das Land „als verlässlicher Partner wahrgenommen werden“, so Rough. Denn: China hat keine richtigen Bündnispartner. Der Politik-Experte: „Mit dieser sehr persönlichen Beziehung, die Xi mit Putin aufgebaut hat, will das Land der Welt klarmachen, dass man auf China setzen kann. Wenn man sich als Partner mit China verbündet, ist diese Partnerschaft verlässlich und belastbar.“

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▶︎ Zweitens, so Rough: „Indem China die europäische Sicherheits- und Friedensordnung infrage stellt, hat das Land gegenüber Europa einen Hebel in der Hand, den man einsetzen kann.“

▶︎ Und: Der Ukraine-Krieg könnte China gelegen kommen, weil die Amerikaner vom Indopazifik – und damit dem Konflikt zwischen China und Taiwan – abgelenkt werden. So würden zum Beispiel „viele Abwehrraketensysteme jetzt nach Europa geliefert werden, statt in den Pazifik“.

Außerdem steige die Abhängigkeit Russlands von China tagtäglich. „Das ist, glaube ich, etwas, das für Peking auch attraktiv ist: Dass Putin immer weniger Raum hat zu manövrieren und immer abhängiger von chinesischer Unterstützung ist. Denn das kann den Chinesen dann in anderen Feldern helfen – zum Beispiel bei Verhandlungen, Chinas Energieversorgung oder der eigenen technologischen Entwicklung.“

Roughs Fazit: Es gebe „etliche strategische Interessen“, die begründen, warum China auch weiterhin an der Seite Russlands bleibt.

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