Mülheim an der Ruhr (NRW) – Wer früher bei Aldi einkaufte, stand vor überschaubaren Regalen. Ein paar Sorten Wurst, ganz wenig Auswahl, fertig. Diese Zeiten schienen längst vorbei. Doch jetzt dreht Aldi Süd das Rad ein Stück zurück.
Das Sortiment schrumpft. Markenprodukte, Eigenmarken und regionale Artikel fliegen raus. Selbst bekannte Marken sind nicht mehr sicher bei Aldi Süd. Je nach Region sollen rund 50 Artikel aus den Regalen verschwinden, berichtet die Lebensmittel Zeitung (LZ). Betroffen sind vor allem Lebensmittel wie Milchprodukte und Wurst.
Kühlregal für Molkerei- und Wurstwaren in einer Filiale von Aldi Süd
Produktvielfalt kostet Geld
Jahrelang war die Auswahl beim Discounter immer größer geworden, nun wird aussortiert. Offenbar war die enorme Produktvielfalt zu komplex und zu teuer geworden. Und auch die Belieferung der einzelnen Filialen wurde wohl immer komplizierter. Ein einheitlicheres Sortiment lasse sich durch die Zentrale viel einfacher steuern, so die LZ.
Hinzu kommt: Zu viel Auswahl bei einem Produkt treibt die Kosten nach oben und bremst das Tempo beim Warenumschlag. Das Aldi-Gesetz: Was sich nicht schnell genug verkauft, blockiert Platz im Regal. Und: Verkauft sich ein Produkt schlecht, prüft Aldi, ob es sich noch rechnet.
Diese bekannten Marken verschwinden bei Aldi
Produkte wie Ehrmann Grand Dessert, Zott Sahne Joghurt oder Convenience-Ware von Rana sind daher in vielen Filialen aus dem Dauersortiment verschwunden und tauchen vor allem noch in zeitlich befristeten Aktionen von Aldi auf. Auch regionale Produkte von Schwälbchen, Frankenland oder Schwarzwaldmilch wurden im Aldi-Sortiment reduziert, berichtet die LZ. Zudem wird das Angebot in der Frischetheke ausgedünnt. Einzelne Käse- und Wurstsorten sollen ausgelistet werden.
Gegenüber BILD erklärt der Discounter: „Aldi Süd entwickelt sein Sortiment kontinuierlich weiter. Wir bitten um Verständnis, dass wir uns aus Wettbewerbsgründen darüber hinaus nicht äußern.“ Axel vom Schemm, Sprecher von Aldi Nord, antwortet auf eine Anfrage von BILD: „Die in einigen Medien diskutierten Entwicklungen beziehen sich ausschließlich auf Aldi Süd. Auf das Angebot von Aldi Nord hat das keine Auswirkungen.“



