Wein: Weltweit wird so wenig getrunken wie zuletzt im Jahr 1957, meldet die OIV

Wein: Weltweit wird so wenig getrunken wie zuletzt im Jahr 1957, meldet die OIV

Wandel im Trinkverhalten

Weltweiter Weinkonsum sinkt auf niedrigsten Stand seit 1957

Die Lebens- und Trinkgewohnheiten ändern sich, hinzu kommt wirtschaftliche Unsicherheit: Auf der ganzen Welt wird immer weniger Wein getrunken. Auch Frankreich und Deutschland sind da keine Ausnahme.

Erste Blätter sprießen an einem Rebstock in Baden-Württemberg (am 22. April): »Kombination von Klimaschwankungen, sinkender Nachfrage und zunehmender Handelsunsicherheit«
Erste Blätter sprießen an einem Rebstock in Baden-Württemberg (am 22. April): »Kombination von Klimaschwankungen, sinkender Nachfrage und zunehmender Handelsunsicherheit«

Erste Blätter sprießen an einem Rebstock in Baden-Württemberg (am 22. April): »Kombination von Klimaschwankungen, sinkender Nachfrage und zunehmender Handelsunsicherheit«


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Uwe Anspach / dpa


Der weltweite Weinkonsum ist im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Stand seit 1957 gesunken: Er sank auf 208 Millionen Hektoliter, wie die Internationale Organisation für Rebe und Wein (OIV) mitteilte . Das bedeutet gegenüber 2024 einen Rückgang um 2,7 Prozent und gegenüber 2018 einen Rückgang um 14 Prozent.

Gründe seien unter anderem Änderungen in den Lebensgewohnheiten und wirtschaftliche Unsicherheit, hieß es in dem jährlichen Bericht der Organisation. Die Weinindustrie sei 2025 mit einer »Kombination von Klimaschwankungen, sinkender Nachfrage und zunehmender Handelsunsicherheit« konfrontiert gewesen.

Der OIV zufolge sank der Konsum in neun von zehn der wichtigsten Märkte, wobei drei davon eine herausragende Rolle spielten: China, Frankreich und die USA.

In den Vereinigten Staaten, dem weltweit größten Weinmarkt, sank der Absatz 2025 um 4,3 Prozent. Die OIV machte dafür schwindende Kaufkraft, weniger Konsum von jüngeren Käuferinnen und Käufern sowie eine größere Bandbreite alkoholischer Getränke verantwortlich. Welche Auswirkungen die von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle hatten, ist demnach noch schwer einzuschätzen.

In Frankreich, dem weltweit nach den USA zweitgrößten und europaweit wichtigsten Weinmarkt, sank der Konsum 2025 auf 22 Millionen Hektoliter. Das ist ein Rückgang im Vorjahresvergleich um 3,2 Prozent.

In China sank er sogar um ganze 13 Prozent, was einem Rückgang von 61 Prozent seit 2020 entspricht. Laut OIV ist der chinesische Weinmarkt besonders sensibel, was Preise und Kaufkraft betrifft. 2020 war China demnach noch der sechstgrößte Weinmarkt weltweit. Nun steht die Volksrepublik auf Platz elf.

In Italien, mit einem Konsum von 20,2 Millionen Hektolitern das zweitwichtigste Weinland in Europa, betrug der Rückgang 9,4 Prozent.

Im drittwichtigsten Weinland Europas – Deutschland – ging der Weinkonsum laut OIV um 4,3 Prozent auf 17,8 Millionen Hektoliter zurück.

Zu den wichtigsten Wachstumsmärkten für 2025 zählten laut OIV-Mitteilung Portugal, Brasilien, Japan sowie Teile Ost- und Mitteleuropas.

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