Heldentat in der Ukraine: Zwölfjähriger stoppt Putins Killer-Drohne
Täglich fliegt Russland unzählige Drohnenangriffe auf zivile Ziele in der Ukraine (Symbolbild)
Kiew – Ein zwölfjähriger Junge stellte sich in der Nordukraine einer russischen Angriffsdrohne entgegen – und gewann, wie die „Washington Post“ berichtet. Der zwölfjährige Anatolii Prochorenko stand in einem Birnbaum und sägte für einen Nachbarn einen Ast ab, als er das Summen einer Drohne hörte – er reagierte blitzschnell.
Immer häufiger werden in der Ukraine inzwischen auch Zivilisten von kleinen FPV-Drohnen gejagt. Die Geräte werden von russischen Operateuren gesteuert, mit Sprengstoff beladen und fliegen oft nur wenige Meter über dem Boden. Auch Anatoliis Dorf nahe der russischen Grenze war längst betroffen. Traktoren wurden auf den Feldern attackiert, Autos zerstört, erst einen Tag zuvor war eine Drohne in seiner Straße eingeschlagen.
Dann kam die nächste. Anatolii sah den schwarzen Quadrokopter knapp über dem Boden direkt auf das Grundstück seiner Familie zufliegen. Dort spielten seine jüngeren Geschwister mit anderen Kindern im Hof. Für den Jungen war sofort klar: Die Drohne hatte die Kinder entdeckt und bereitete offenbar einen Angriff vor.
Unten an der Glasfaser-Drohne befindet sich eine Spule, auf der mehrere Kilometer Glasfaserkabel aufgerollt sind
Soldat zeigte ihm Trick gegen Killer-Drohnen
Doch Anatolii wusste einen Trick, den kaum ein Zivilist kennt. Monate zuvor hatte ihm ein ukrainischer Soldat mit dem Funknamen „Dynamo“ gezeigt, wie man die neuen russischen Glasfaser-Drohnen stoppen kann. Diese Drohnen funktionieren anders als normale FPV-Drohnen. Statt per Funk werden sie über ein hauchdünnes Glasfaserkabel gesteuert, das sich während des Fluges kilometerweit hinter ihnen abrollt. Dadurch können sie nicht durch elektronische Störsender ausgeschaltet werden.
Ein Griff ans Kabel – dann stürzt die Drohne ab
Als Anatolii die Drohne auf seine Familie zufliegen sah, sprang er vom Baum, rannte zu dem dünnen Kabel und griff danach. Er formte eine Schlaufe, zog daran und erinnerte sich an die Anweisung des Soldaten: bis 15 zählen. „Ich hatte keine Zeit“, sagte Anatolii der „Washington Post“. „Ich habe nur bis zehn gezählt und dann das Kabel zerrissen.“ Die Drohne verlor die Verbindung zum Operateur. Sie schoss plötzlich nach oben, drehte ab und stürzte in ein sumpfiges Gelände neben dem Dorf. Eine Explosion blieb aus.
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