Neu mit Gnabry & Simons

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Obwohl die WM 2026 mit 48 Nationen die größte der Geschichte ist, konnten sich einige der größten Stars und wertvollsten Spieler kein Ticket sichern. Mit einem Wert von 745 Millionen Euro hat die Top-Elf der Spieler, deren Nation sich nicht für die WM qualifizieren konnte, einen höheren Wert als der komplette Kader von 40 der 48 teilnehmenden Nationen in den Länderspielen im März. Rund ein Dutzend Spieler kommt auf einen Marktwert von 50 Millionen Euro oder mehr. In diese Kategorie fallen immer mehr Spieler, die schwere Verletzungen erlitten haben: Liverpools Franzose Hugo Ekitiké und der Brasilianer Rodrygo von Real Madrid gehören unter anderem dazu. Mit einem altersbedingten Marktwert von lediglich 20 Mio. Euro zählt Bayerns Serge Gnabry zwar nicht zu den wertvollsten Spielern, die die WM verpassen, dafür aber zu den namhaftesten.

Der in dieser Saison stark aufspielende Liverpooler Spielmacher Dominik Szoboszlai konnte sich mit Ungarn den Traum einer ersten WM-Teilnahme seit 1986 nicht erfüllen. Die Ungarn landeten dramatisch nur auf dem dritten Platz ihrer Quali-Gruppe mit Portugal, Irland und Armenien – der Weg über die Playoffs war somit verbaut. Mit einem Marktwert von 100 Mio. Euro ist Szoboszlai der wertvollste Spieler, der gesichert nicht an der WM teilnimmt. Khvicha Kvaratskhelia (Georgien / 90 Mio.) und Ekitiké (Frankreich / 90 Mio.) liegen auf Rang zwei, gefolgt von Bryan Mbeumo (Kamerun / 80 Mio.), Sandro Tonali (Italien / 80 Mio.) und Victor Osimhen (Nigeria / 75 Mio.).

Tonali scheiterte mit Italien im Elfmeterschießen an Bosnien-Herzegowina. Trotz des fünftwertvollsten Kaders weltweit wartet der viermalige Weltmeister weiter sehnsüchtig auf die erste WM-Teilnahme seit 2014. Das letzte K.o.-Rundenspiel der Squadra Azzurra war das gewonnene Finale 2006 in Berlin. Besonders bitter ist es für Torwart Gianluigi Donnarumma (45 Mio.). Der Europameister von 2021 debütierte zwar mit 17 Jahren für Italien und kommt auf 81 Partien für sein Land, auf sein erstes WM-Spiel kann Donnarumma jedoch erst mit 31 Jahren hoffen.

Donnarumma und Tonali können für die WM 2030 einen neuen Anlauf nehmen. Zahlreiche Altstars dürften dagegen die letzte Chance, ihr Land bei einer Weltmeisterschaft zu vertreten, verpasst haben. Robert Lewandowski ist einer von ihnen. Der Kapitän der polnischen Nationalmannschaft unterlag im Playoff-Finale gegen Schweden. Aufgrund seiner 37 Jahre ist eine weitere WM unwahrscheinlich, Lewandowski schloss ein Ende seiner Länderspielkarriere dennoch nicht aus: „Ich muss mir Zeit nehmen und darüber nachdenken, anstatt jetzt schon Aussagen zu treffen.“
Wie Lewandowski scheiterte auch der Däne Christian Eriksen in den Playoffs gegen Tschechien. Der Wolfsburger hat drei Jahre weniger auf dem Buckel, doch dass er mit 38 Jahren nochmals eine WM spielt, ist alles andere als wahrscheinlich. Für Eriksen setzt sich damit eine verkorkste Saison fort. Nach seinem Abgang von Manchester United wechselte er ablösefrei zum VfL Wolfsburg – als großer Hoffnungsträger gekommen, konnte er die Erwartungen nicht erfüllen. Die Wölfe stehen auf Rang 17 und sind das formschwächste Team in Europa.
Auch Filip Kostić (Serbien / 3,5 Mio.) und Pierre-Emerick Aubameyang (3 Mio.) sind nicht dabei. Für beide war schon nach den Qualifikations-Gruppen Schluss. Ex-Dortmunder Aubameyang bleibt damit eine erste WM-Teilnahme verwehrt, Kostić war 2018 vertreten, schied allerdings in der Vorrunde aus.
Gnabry, Simons & Co.: Diese Spieler verpassen die WM verletzt
Das Verpassen des größten Turniers ist für Spieler besonders bitter, wenn es aufgrund von Verletzungen passiert. 2022 trat dieses Szenario unter anderem beim heutigen Fixpunkt des deutschen Angriffs, Florian Wirtz, ein. Dieses Jahr trifft es die Offensivkräfte Ekitiké, Rodrygo, Gnabry und Xavi Simons. Erstgenannter Liverpooler hat sich im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League gegen Paris Saint-Germain (0:2) schwer verletzt und wird monatelang fehlen, wie Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps bestätigte. Das gilt seit Ende April auch für den früheren Leipziger Simons, der einen Kreuzbandriss erlitten hat. „Man sagt, das Leben kann grausam sein, und heute fühlt es sich genauso an. Meine Saison hat ein jähes Ende gefunden und ich versuche gerade, das zu verarbeiten. Ehrlich gesagt, bin ich untröstlich. Nichts davon ergibt einen Sinn“, schrieb der Niederländer auf seinen sozialen Kanälen.
Auch der Brasilianer Rodrygo von Real Madrid (50 Mio.) erlitt Anfang März eine Knieverletzung und fällt mindestens bis zum Beginn der nächsten Spielzeit aus. Zu allem Überfluss droht den Brasilianern auch der Ausfall von Chelsea-Talent Estêvão, dem nach Vini Junior wertvollsten Fußballer der Seleção. Gnabrys Fehlen trifft die DFB-Auswahl hart, weil der Münchner in dieser Saison wieder zur Top-Form von 2022/23 gefunden hat, in den wichtigen Spielen gesetzt war und auch in der Nationalmannschaft regelmäßig in der Startelf stand.
Dieser Artikel erschien erstmals am 2. April und wurde nach dem Ausfall von Xavi Simons aktualisiert.



