Wegen des Interviews im „Kölner Treff“: Micky Beisenherz entschuldigt sich bei Collien Fernandes
Moderator Micky Beisenherz im Gespräch mit Collien Fernandes
Köln – Mit zitternder Stimme sprach Collien Fernandes (44) am vergangenen Freitag im WDR-„Kölner Treff“ über Fake-Profile, gefälschte Nacktvideos und angebliche Sexaufnahmen in ihrem Namen. Sie deutete an, dass die Person hinter dem Identitätsklau „ihr bekannt sei und nahestehe“. Einen Namen nannte sie nicht.
Als die ebenfalls als Gast eingeladene Rebecca Mir (34) nachfragte, ob sie inzwischen wisse, wer dahinterstecke, wurde es still im Studio. Fernandes zögerte lange, nickte schließlich. Auf die Frage, ob sie rechtlich dagegen vorgegangen sei, sagte sie nur: „Ist schwieriges Thema gerade.“ Am Donnerstag wurde schließlich bekannt: Sie hält ihren Ex-Mann Christian Ulmen (50) für den Täter.
Jetzt meldet sich der Moderator des Kölner Treffs, Micky Beisenherz (47), zu Wort – und blickt hörbar nachdenklich auf diesen Abend zurück. In seinem täglichen Nachrichten-Podcast „Apokalypse und Filterkaffee“, in dem er mit wechselnden Gästen die aktuelle Nachrichtenlage einordnet. Am Freitagmorgen war die CDU-nahe Influencerin Clara Nathusius zu Gast. Beisenherz kommt in der Folge auch auf die Sendung und seine Rolle darin zu sprechen.
Fernandes sprach in der Talkshow über ihre Rolle im „Traumschiff“ und über die gefälschten Nacktvideos
„Wieder mal bin ich schuld“
Beisenherz erzählt, dass ihm im Nachhinein klar geworden sei, dass der Schwerpunkt an diesem Abend nicht richtig gesetzt war. „Wieder mal bin ich schuld“, sagt er selbstkritisch. Er habe sich „völlig zu Recht von der Redaktion vorwerfen lassen“ müssen, dass er sich zu lange am „Traumschiff“ aufgehalten habe – aus persönlichem Interesse. Das Thema Deepfake, das ebenfalls ein Grund war, warum Fernandes eingeladen war, sei dadurch „ein bisschen zu kurz“ gekommen.
TV-Autor Micky Beisenherz interviewte Fernandes kurz bevor klar wurde, dass sie ihren Ex-Mann als Täter verdächtigt
Im Podcast macht er deutlich, wie ernst er die Vorwürfe nimmt. Es tue ihm „wirklich extrem leid“, was Fernandes erleiden musste. Er spricht von „Vertrauensmissbrauch“ und beschreibt das Geschehen als „Machtausübung“ und „Selbstaufwertung durch die Degradierung anderer“. Solche Taten seien kein Einzelfall, sondern Ausdruck eines männlichen Problems – wenn von solchen Fällen die Rede sei, seien es „eigentlich immer Männer, die Frauen degradieren“.
Damals habe er noch gedacht, es handle sich womöglich um „einen engen Freund, einen Kollegen oder so“. Dass die Dimension so dramatisch sei, sei ihm an diesem Abend nicht bewusst gewesen, sagt er offen.
Auf BILD-Anfragen antworteten bisher weder Collien Fernandes noch Christian Ulmen selbst. Sein Anwalt Christian Schertz schickte nur ein Informationsschreiben. In diesem heißt es: „Die Berichterstattung ist nach summarischer Überprüfung aus mehreren Gründen rechtswidrig. Wir sind daher auch beauftragt, gegen den SPIEGEL rechtliche Schritte einzuleiten.“ Es würden weiterhin „unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung“ verbreitet.
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