Collien Fernandes spricht in der Tagesschau: „Deutschland ist ein Täterparadies!“
Collien Fernandes (44) bei ihrem Interview mit den Tagesthemen, das in der 20-Uhr-Tagesschau in Ausschnitten vorab gezeigt wurde
Hamburg – Jetzt bekommt das Thema „Digitale Gewalt“ die Aufmerksamkeit, die sich Collien Fernandes (44) lange wünschte. Die Schauspielerin gab den Tagesthemen ein Interview zu ihren Vorwürfen gegen Ex-Ehemann Christian Ulmen (50), aus dem die 20-Uhr-Tagesschau am Freitag schon Ausschnitte zeigte. Dabei erklärte sie auch, warum Deutschland für sie ein „Täterparadies“ ist.
„Ich habe das Gefühl, dass von vielen noch nicht so richtig begriffen wurde, dass digitale Gewalt reale Gewalt ist“, sagte Fernandes. „Dass Opfer da massiv drunter leiden, nicht nur ich, auch andere – und in intensive psychotherapeutische Behandlung müssen.“
Collien Fernandes (44) und Christian Ulmen (50) waren 14 Jahre verheiratet und zogen gemeinsam eine Tochter (13) groß. Sie ließen sich vor wenigen Monaten scheiden
In der aktuellen Ausgabe des „Spiegel“ und auf ihrer eigenen Instagram-Seite wirft Collien Fernandes ihrem Ex-Mann Christian Ulmen, von dem sie seit einigen Monaten geschieden ist, Schwerwiegendes vor. Er habe sie „virtuell vergewaltigt“.
Der unglaubliche Vorgang: Jahrelang soll der Schauspieler sich im Internet als seine damalige Frau ausgegeben und teils sexuelle Chat-Kontakte mit fremden Männern in ihrem Namen gehabt haben. Ende 2025 soll Fernandes ihn laut dem Bericht in Spanien angezeigt haben.
Ein längerer Auszug des neuen Interviews lief direkt nach der Tagesschau auf dem Spartenkanal Tagesschau24 der ARD und am späten Freitagabend auch in den Tagesthemen. „Ich äußere mich ja nicht jetzt erst zu diesem Sachverhalt, sondern bereits seit Jahren“, sagte Fernandes dort. „Und dass ich mittlerweile weiß, wer der Täter ist, soll daran nichts verändern. Mir ist einfach wichtig, darauf hinzuweisen, welche gesetzlichen Schutzlücken es gibt. Ich habe selbst Erfahrungen damit gemacht, dass man das Thema zur Anzeige bringt, diese Anzeige nicht weiterverfolgt wird.“
Das größte Problem sei, dass die Täter sich zu sicher fühlen könnten, so Fernandes weiter. Vor allem in Deutschland.
Über Ulmen sagt sie: „Der Täter lebt mit seinem Hauptsitz in Spanien. Also hatten wir dadurch eben die Möglichkeit, diesen Sachverhalt in Spanien anzuzeigen. Und dort sind die Gesetze wesentlich schärfer. Das zeigt ja, dass Deutschland ein absolutes Täterparadies ist, wenn der Täter ein sehr umfangreiches Schreiben vorlegt, in dem es nur darum geht, dass bitteschön Deutschland zuständig sein soll. Das zeigt doch ein großes Versagen, eine große Schutzlücke in der Justiz.“
Das sagt Christian Ulmens Anwalt
Auf BILD-Anfragen antworteten bisher weder Collien Fernandes noch Christian Ulmen selbst. Sein Anwalt Christian Schertz schickte nur ein Informationsschreiben. In diesem heißt es: „Die Berichterstattung ist nach summarischer Überprüfung aus mehreren Gründen rechtswidrig. Wir sind daher auch beauftragt, gegen den SPIEGEL rechtliche Schritte einzuleiten.“ Es würden weiterhin „unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung“ verbreitet.
Auch die Tagesschau-Redaktion fragte Christian Ulmen an und erhielt als Antwort lediglich das Schreiben seines Anwalts, das auch BILD vorliegt.
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