Live-Ticker: Orbán-Verbündete gratulieren Wahlsieger Magyar
Ungarns nächster Ministerpräsident: Péter Magyar (45) jubelt über seinen Wahlsieg
Budapest – Historischer Wahlsonntag in Ungarn! Nach 16 Jahren wurde Ministerpräsident Viktor Orbán (62) abgewählt. Es sei ein „schmerzhaftes“ Ergebnis, erklärte Orbán, nachdem er seinem Herausforderer Péter Magyar (45) zum Wahlsieg gratulierte. Dessen Tisza-Partei kommt nach Auszählung fast aller Stimmen auf 138 der 199 Sitze im Parlament und verfügt künftig über eine stabile Zwei-Drittel-Mehrheit.
Regierungschefs aus Europa und China haben dem designierten Ministerpräsidenten bereits gratuliert und ihre Zusammenarbeit angeboten. Internationale Medien bewerten Magyars Sieg auch als Niederlage von Russlands Despot Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump – beide enge Verbündete und Unterstützer des Wahlverlierers Viktor Orbán.
Alle Entwicklungen zur Wahl in Ungarn lesen Sie in unserem Live-Ticker.
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Orbán-Verbündete gratulieren Magyar
Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico, ein Unterstützer des abgewählten Regierungschefs Viktor Orbán, hat dem ungarischen Wahlsieger Péter Magyar eine enge Zusammenarbeit angeboten. „Mit vollem Respekt nehme ich die Entscheidung der ungarischen Bürger zur Kenntnis und bin zu einer intensiven Zusammenarbeit mit dem neuen ungarischen Ministerpräsidenten bereit, dem ich zum Wahlergebnis gratuliere“, teilt Fico mit.
Auch der tschechische Ministerpräsident Andrej Babis hat Magyar eine Zusammenarbeit zugesagt. Beim Onlinedienst X schrieb er: „Gegen einen so starken Gegner wie Viktor Orbán anzutreten war nie einfach, dennoch hat er das Vertrauen der Mehrheit der Ungarn gewonnen und trägt große Hoffnungen und Erwartungen.“ Magyar dürfe nun nicht enttäuschen.
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Russland wird Magyar nicht gratulieren
Russland will dem künftigen ungarischen Regierungschef Péter Magyar (45) nicht zum Wahlsieg gratulieren. Ungarn gilt in Moskau jetzt offiziell als „unfreundliches Land“, berichtet die staatliche Agentur RIA unter Verweis auf Kremlsprecher Dmitri Peskow (58). Begründung: Budapest habe in der Vergangenheit Sanktionen gegen Russland mitgetragen.
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Magyar will am 5. Mai vereidigt werden
Der ungarische Wahlsieger Péter Magyar (45) strebt an, bereits am 5. Mai als Ministerpräsident vereidigt zu werden. Magyar drängt Ungarns Präsidenten, das neue Parlament Anfang Mai rasch einzuberufen. Nach seinem Erdrutschsieg dürfe „keine Zeit verloren gehen“, so der Chef der Oppositionspartei Tisza. Das offizielle Endergebnis wird spätestens am 4. Mai erwartet – Auslandsstimmen könnten seiner Partei noch zusätzliche Sitze bringen.
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Berlin: Wahlergebnis in Ungarn „historisch“
Die Bundesregierung setzt auf eine enge und konstruktive Zusammenarbeit mit der neuen Regierung. „Dieses Wahlergebnis hat die Bundesregierung nicht nur zur Kenntnis genommen, sondern sie stuft es als historisch ein“, sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius in Berlin.
Zugleich verwies er auf die hohe Wahlbeteiligung. „Sie haben mit überwältigender Mehrheit nicht nur eine Regierung abgewählt, sondern ein System. Und nach 1989 haben sie einmal mehr die Freiheit gewählt. Das ist eine gute Nachricht für ganz Europa“, so Kornelius. Dadurch dürften sich auch die deutschen Ziele und Ambitionen in der EU leichter umsetzen lassen.
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Brüssels Wunschliste für Magyar
Orbáns Fidesz geschlagen – jetzt hofft Brüssel auf einen Kurswechsel in Ungarn! Nach der Niederlage der rechtsnationalistischen Partei von Ministerpräsident Viktor Orbán (62) setzt die EU auf ein Einlenken aus Budapest. Auf der Wunschliste: Rückkehr zur Rechtsstaatlichkeit und die Freigabe von Milliardenhilfen für die Ukraine. Doch der wahrscheinliche Orbán-Nachfolger Peter Magyar dürfte nicht alle Erwartungen erfüllen.
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Russland will Kontakt zum Wahlgewinner
Nach der Wahlniederlage von Ungarns langjährigem Ministerpräsidenten Viktor Orban (62) setzt Russland auf eine weiterhin enge Zusammenarbeit mit Budapest. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow (58) erklärte am Montag: „Ungarn hat seine Wahl getroffen und wir respektieren dieses Votum“. Zugleich betonte er: „Wir setzen darauf, die sehr pragmatischen Kontakte mit der neuen ungarischen Führung fortsetzen zu können“.
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Magyar will „freies, europäisches Ungarn“
Orban-Bezwinger Péter Magyar (45) hat sich nach seinem klaren Wahlsieg bei den Wählern bedankt. Auf der Plattform X erklärte er, es sei für ihn eine große Ehre, mit der höchsten Stimmenzahl, die je erreicht wurde, den Auftrag zur Bildung einer Regierung zu erhalten. In den kommenden vier Jahren wolle er sich für ein „freies, europäisches, funktionierendes und menschliches Ungarn“ einsetzen.
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AfD schweigt zu Orbán-Niederlage
Die AfD hat bislang nur zurückhaltend auf die Wahlniederlage von Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán (62) reagiert. Eine offizielle Stellungnahme der Parteiführung blieb am Tag nach der Abstimmung zunächst aus. Lediglich der außenpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion, Markus Frohnmaier (35), äußerte sich auf der Plattform X und erklärte, man nehme das Ergebnis in Ungarn mit Respekt zur Kenntnis.
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Le Pen kritisiert EU wegen Ungarn
Nach der Wahlniederlage des rechtsnationalen Ministerpräsidenten Viktor Orbán hat die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen die EU kritisiert. Die von der EU-Kommission ausgedrückte „Genugtuung“ sollte die Ungarn „beunruhigen“, schrieb Le Pen am Montag im Onlinedienst X. Orban habe 16 Jahre lang „mit Mut und Entschlossenheit die Freiheit und Souveränität Ungarns verteidigt“, erklärte Le Pen, die Ende März nach Ungarn gereist war, um ihren Verbündeten zu unterstützen.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte kurz nach Bekanntwerden des Wahlsiegs des pro-europäischen Oppositionspolitikers Péter Magyar ihrer Erleichterung kundgetan. „Ungarn hat Europa gewählt“, schrieb sie im Onlinedienst X.
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Börse reagiert mit Allzeithoch
Das Ergebnis der ungarischen Parlamentswahl sorgt für Aufbruchstimmung an der Budapester Börse. Der Leitindex Bux klettert um bis zu 3,3 Prozent auf rund 137.261 Punkte und erreicht damit ein Allzeithoch. Die Landeswährung Forint verteuert sich in der Spitze um 2,7 Prozent auf 311,40 zum Dollar – den höchsten Stand seit Februar 2022.
Die pro-europäische Partei Tisza um Spitzenkandidat Peter Magyar kommt nach Auszählung fast aller Stimmen auf 138 der 199 Sitze im Parlament. „Angesichts dieser überwältigenden Mehrheit sind Bedenken hinsichtlich eines friedlichen Machtwechsels ausgeräumt“, schreiben die Experten der Commerzbank.
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