50 Grand, 50 Grand Seasmus Coleman!
Vor vielen Jahren von den Sligo Rovers gekommen, verlässt er den Verein in diesem Sommer als Kultfigur und Vereinsikone. Eine Ikone nicht im sportlichen Sinne, denn dafür fehlen ihm die Titel gegenüber Personen wie Dixie Dean, Alan Ball oder Andy Gray, sondern im Sinne der Vereinsgeschichte dieses Vereins, die keine Einzelperson in den letzten 15 Jahren mehr geprägt hat als Seamus. Seamus ist die Art von Spieler, die wir heutzutage dennoch besonders zelebrieren sollten.
Auch ohne Titel hat Seamus eine herausragende Karriere hingelegt, die in meinen Augen weit mehr in Erinnerung bleiben wird, als die Karriere vieler Spieler, die durch opportunistische Wechsel am Ende ein paar Trophäen vorzuweisen haben. Auf dem Niveau ein One-Club-Man, der jedes Recht gehabt hätte, den Club in seiner Prime zu verlassen, um eine den eigenen Leistungen angemessenere Herausforderung zu suchen. Stattdessen hat er mit Everton nicht um Titel gekämpft, sondern in einer stürmischen Zeit den Club durch ein sehr dunkles Kapitel navigiert. Ein ganzer Verein steht in seiner Schuld. Seamus ist ein wahrer Anführer, sportlich und menschlich der Inbegriff von Professionalität und jemand, der sich in einer von Ego überfüllten Fußballwelt nie zum eigenen Vorteil laut beschwert hat. Er hätte sein hohes Standing bei den Fans immer wieder nutzen können, hat sich aber immer wieder hingestellt, um Frustrationen mitabzufedern. Bei Community Events ist er immer vorne mit dabei gewesen, verkörpert geradezu die auf diesem Niveau vergleichsweise starke Bindung des Vereins an die lokale Community. Über Seamus kann man sicher sagen, dass Everton ohne ihn abgestiegen und mit großer Wahrscheinlichkeit mehrfach implodert wäre, was das Mannschaftsgefüge angeht. Insbesondere im Abstiegskampf waren seine Führungsqualitäten eine unbezahlbare Quelle der Stärke, ob auf oder neben dem Platz.
Seitenlang kann und muss man als Evertonfan über Seamus und seinen unbezahlbaren Wert für diesen Verein schreiben und es wäre nicht angemessen genug, um seine Verdienste anzuerkennen.
Everton MUSS Seamus, wannimmer und wielange er will, eine Rolle bei den Blues anbieten. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass er keinen schlechten Trainer abgeben würde. Man Management wäre garantiert 10/10.
Die allertiefste Verneigung vor Seamus Coleman!
Puh… auf der einen Seite nüchtern natürlich erwartbar und absolut folgerichtig. Sein Körper war schon seit geraumer Zeit nicht mehr geeignet für Profifußball auf dem höchsten Niveau. Er war ja nur noch Standby Profi bzw. verlängerter Arm des Trainerteams. Aber das macht einen nicht weniger traurig.
Seamus Coleman. Unter all den höchst verdienten Spielern der letzten 15-20 Jahre hat fast niemand den Everton Football Club so verkörpert wie er. Baines kann man noch im selben Atemzug nennen. Vielleicht auch noch Jagielka. Aber am Ende war es Coleman, der in den schwierigsten Zeiten den Laden mit seinen Führungsqualitäten zusammengehalten hat. Selbst als er sportlich keinen Mehrwert mehr dazusteuern konnte. Und in seiner Prime war er zudem auch noch ein großartiger Rechtsverteidiger. Vielleicht der beste, den der Club je hatte. Auch er hätte wie Baines in seiner Prime für einen erfolgreicheren, größeren Club spielen können. Aber er blieb uns immer treu. War immer Vorbild für einfach jeden.
Was auf ewig bleibt ist ein Name, an den man sich immer erinnern wird, wenn man die Geschichte dieses großartigen Clubs erzählt. Und hoffentlich bleibt er uns in anderer Funktion am besten bis ins ganz hohe Alter erhalten. Ein solcher Musterprofi mit solchen Führungsqualitäten, der findet auch nach der sportlichen Profikarriere seinen Weg. Aber egal wohin seine berufliche Karriere ihn in den nächsten Jahren führt, den Legendenstatus im blauen Teil von Liverpool, den hat er sicher!



