Spionage-Vorwurf: FC Southampton droht Playoff-Finale zu verpassen

Spionage-Vorwurf: FC Southampton droht Playoff-Finale zu verpassen

EFL ermittelt wegen Regelbruch  

Spionage-Vorwurf: FC Southampton droht Playoff-Finale zu verpassen

©IMAGO

Southampton steht nach einem 2:1 gegen Middlesbrough sportlich im Endspiel um den Aufstieg in die Premier League – es ist aus finanzieller Sicht das wertvollste Finale im Fußball. Den Saints droht jedoch eine Niederlage abseits des Platzes. Das berichten große englische Medien – darunter auch die „Times“. Ein Mitarbeiter des Klubs, für den auch Bayern-Leihe Daniel Peretz, Ex-Heidenheimer Léo Scienza und Deutschlands U21-Nationalspieler Caspar Jander spielen, soll im Vorfeld des Halbfinal-Playoffs gegen Middlesbrough Spionage betrieben haben.

Dieser Mitarbeiter habe kurz vor dem Hinspiel gegen Boro (0:0) die Trainingseinheiten des Gegners gefilmt. Die English Football League (EFL) hat daraufhin ein Verfahren eingeleitet. Die EFL-Regel 127 besagt, dass das Training des Gegners 72 Stunden vor einem Spiel nicht beobachten werden darf. Eine sogenannte Fairnesspflicht zwischen Klubs.

Rückt Boro für Saints nach? Im Finale geht es um rund 200 Millionen Euro

Die Liga drängt darauf, das Verfahren inklusive möglicher Berufung noch vor dem Finale am 23. Mai gegen Hull City abzuschließen. Sollte Southampton für schuldig befunden werden, gilt eine sportliche Strafe als wahrscheinlicher als eine reine Geldstrafe. Im englischen Ligasystem sind drastische Maßnahmen möglich, dazu zählen etwa Spielwertungen oder in extremen Fällen sogar der Ausschluss aus dem laufenden Wettbewerb. Im konkreten Fall würde das bedeuten: Southampton könnte seinen Platz im Endspiel verlieren – und Middlesbrough als unterlegener Halbfinalgegner nachrücken.

Der Fall wird vor einer unabhängigen Kommission verhandelt, und Southampton bestreitet ein Fehlverhalten beziehungsweise kooperiert mit den Ermittlern. Ein derartiger Eingriff in den Wettbewerb wäre außergewöhnlich und hätte weitreichende sportliche und finanzielle Folgen. Dem Gewinner des Endspiels um das letzte Premier-League-Ticket winken Mehreinnahmen von geschätzt rund 200 Millionen Euro dank TV-Geldern und anderen Einnahmen, die in der reichsten Liga der Welt deutlich höher sind als in der Championship.

Hintergrund: Nach dem „Spygate“-Skandal um Leeds United 2019, bei dem Trainer Marcelo Bielsa das Ausspionieren von Derby Countys Training zugab und der Klub eine hohe Geldstrafe erhielt, hat die EFL ihre Regeln deutlich verschärft. Seitdem ist das Beobachten gegnerischer Trainingseinheiten vor Spielen explizit verboten und wird als klarer Regelverstoß gewertet, nicht mehr als Grauzone. Anders als 2019 gelten inzwischen härtere Konsequenzen als reine Geldstrafen. Die „Times“ geht davon aus, dass es zu mehr als einer Geldstrafe kommt, da man sich bei Southampton der möglichen Konsequenzen für das Ausspionieren bewusst gewesen sei.

Sollte der Aufstieg dennoch glücken, würde man der Bezeichnung Fahrstuhlmannschaft alle Ehre machen: die Saints landeten in den letzten vier Spielzeiten zweimal auf Platz vier in der Championship, schafften einmal den Aufstieg und haben sich zweimal als Schlusslicht aus der Premier League verabschiedet.

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